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Fürst Wolfgang : Historische Erzählung / von Franz Hoffmann
Entstehung
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muß? fragte er.Wenn Ihr jetzt gehet, ſo werdet Ihr die Zuverſicht Eurer Mannſchaft nicht ſchwächen; denn da Euch Niemand zum Abzuge zwingt, wird ſelbſt der unerfahrenſte Krieger einſehen, daß Ihr nur nach reiflicher Ueberlegung ver⸗ fahrt. Zieht aber der Kaiſer mit ſeinem Heere heran und Ihr müßt weichen, ſo ſieht der Rückzug einer Flucht ſo ähn⸗ lich, wie ein Ei dem andern, und es wird ſich auch der tapferſte Mann einer gewiſſen Zaghaftigkeit nicht erwehren können. Ich

bitte Euch, Herr Churfürſt, zögert nicht, und gebt den Befehl

zum Abmarſche nach Wittenberg.

Mit lächelndem Munde wies der Churfürſt die dringenden Vorſtellungen Wolfgangs zurück.Wir wollen ſpäter wieder davon reden, ſagte er;jetzt muß ich mich erſt in Ruhe Eurer Ankunft und Eurer Gegenwart erfreuen können. Noch ſteht

der Feind ferne von uns, und wir brauchen nichts zu übereilen.

Fürſt Wolfgang gab nach und ſchwieg, hütete ſich aber wohl, die Sorgloſigkeit des Churfürſten nachzuahmen. Insge⸗ heim ſann er darauf, einer etwaigen Ueberrumpelung zuvor⸗ zukommen, und ließ noch ſpät am Abende, als er ſich in ſein Zelt zurückgezogen hatte, ſeinen Leibknappen Heinrich von Kro⸗ ſigk, einen muthigen und ſchönen Jüngling aus einem altadeli⸗ gen, tapferen Anhaltiſchen Geſchlechte, zu ſich beſcheiden.

Als der Jüngling leichten Schrittes in das Zelt trat, ſah er den Fürſten in tiefem Nachſinnen auf einem Feldſtuhle ſitzen. Er hielt ſein Haupt in die hohle Hand geſtützt, und die Augen ſtarr auf das rothe Licht einer matt brennenden Lampe geheftet, ſchien er die Gegenwart ſeines Knappen nicht zu bemerken. Erſt die ehrerbietige Anrede des Zünglings weckte den Fürſten aus ſeiner Verſunkenheit.

Ach, du biſt es, Heinrich, mein wackerer Knabe, ſprach er freundlich.Komm näher, ſetze dich auf jenen Stuhl, und