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Fürst Wolfgang : Historische Erzählung / von Franz Hoffmann
Entstehung
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deihen, damit du aufwachſeſt und deine Zweige ausbreiteſt zur Freude Gottes und der Menſchen.

Einige Minuten nachdem ſich Heinrich entfernt hatte, hing Fürſt Wolfgang einen weiten Mantel über ſeine Schulter, der ihn vom Kopf bis zu den Füßen einhüllte, ſetzte ein leichtes Barett auf, und ſchritt aus ſeinem Zelte in die Nacht hin⸗ aus, um eine Runde zu machen, und ſich auf ſolche Weiſe in eigener Perſon von der Wachſamkeit ſeiner Truppen zu über⸗ zeugen. Ueberall ſtanden die kriegeriſchen Wachen auf ihren Poſten, und manchesWer da! erſchallte, wo des Fürſten leichte Fußtritte vernommen wurden. Auf das Looſungswort ließ man ihn aber überall ungehindert ziehen, und mancher Krieger ſenkte wohl gar ehrerbietig ſeine Waffe, wenn er die hohe, kraftvolle Geſtalt des nächtlichen Wanderers, wenn auch nur in dunkeln, ſchattenhaften Umriſſen, gewahr wurde. Es ahnte einem Jeden, wer wohl der Mann in dem langen verhüllenden Mantel ſein mochte.

Fürſt Wolfgang ging raſch an den Wachtpoſten vorüber und an den Lagerreihen ſeiner Soldaten entlang, die ohne Ausnahme ſich bereits dem Schlafe hingegeben hatten. Nir⸗ gends vernahm man ein Geräuſch, als das tiefe und ſchwere Athmen der Schlummernden, und das leiſe Waffenklirren der auf⸗ und abſchreitenden Wächter. Anders aber, als im An⸗ haltiſchen Lager, ſah es drüben bei den Sachſen aus. Wolf⸗ gang ſchritt hinüber, und ſtrich unerkannt zwiſchen den Zelt⸗ reihen umher. Kein Anruf hielt ihn auf, obgleich viele Leute noch wach waren, und haufenweiſe in verſchiedenen großen Marketenderzelten umher ſaßen. Einige ſangen, Einige zech⸗ ten, Einige würfelten, Einige lachten, Einige plauderten oder ſtießen wüſte Redensarten und Flüche aus, aber keiner dachte daran, was außerhalb des Lagers oder des Zeltes vorgehen mögte. Kopfſchüttelnd beobachtete Wolfgang einige Minuten