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Zweites Kapitel.
Als der Winter herannahte, waren faſt alle böſen Ahnun⸗ gen des Fürſten Wolfgang zur Wirklichkeit geworden. Das verbündete Herr der Proteſtanten hatte wegen Unſchlüſſigkeit und Uneinigkeit nicht das Mindeſte gegen den Kaiſer ausrichten können, und überdies rief den Churfürſten Johann die ſchlimme Botſchaft in ſein Land zurück, daß Herzog Moritz treuloſer Weiſe ſich ſeines ganzen Reiches bis auf wenige Ortſchaften be⸗ mächtigt habe.
Voll bittern Unmuthes kam er im Dezember des Jahres 1546 bei Rochlitz an, ſchlug daſelbſt den Verbündeten des Herzogs Moritz, den Markgrafen Albrecht von Brandenburg, in einem entſcheidenden Kampfe auf's Haupt, nahm den trotzi⸗ gen Feind gefangen, und eroberte darauf in kurzer Friſt ſein ganzes Gebiet wieder. Sobald auf dieſe Weiſe die nächſten Feinde unſchädlich gemacht worden waren, galt es, ſich gegen den Kaiſer zu waffnen, und die Wintermonate verſtrichen in großer Geſchäftigkeit. Auf den erſten Ruf Johannes rüſtete auch Fürſt Wolfgang, der mit trauerndem Herzen die ungün⸗ ſtige Lage ſeiner Bundesgenoſſen beobachtet hatte, und hielt ſich bereit, in jedem Augenblicke zu dem Heere des Feindes zu ſtoßen. Sein Ruf„zu den Waffen“ ſcholl durch's ganze Land, und von nah und fern ſtrömte die Blnthe der Anhaltiſchen Ju⸗ gend in die zum Sammelplatze beſtimmte Stadt Bernburg, um ſich unter die Fahnen ihres tapferen Fürſten zu reihen. Bald war die kleine Heeresmacht verſammelt, und in der Mitte des Monats April führte ſie Fürſt Wolfgang dem Churfürſten zu, welcher ein Lager bei Meißen an der Elbe bezogen hatte. Mit Freuden wurde er empfangen, und in das Zelt des Chur⸗


