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Fürst Wolfgang : Historische Erzählung / von Franz Hoffmann
Entstehung
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wir ſie ihm offen und ehrlich zu treulichem Vertrage bieten. Laßt Euch überreden, lieber Herr, und folgt mir; ich meine es wahrlich gut mit Euch und unſerem Glauben, den nimmer eine menſchliche Macht aus meinem Herzen reißen kann!

Churfürſt Johann ſah eine helle Thräne in Wolfgangs Augen glänzen, und auch ſeine Wimper ward feucht in dieſem Augenblicke, da er tief in des Freundes treues und wackeres Gemüth hineinſchaute. Einen Moment ſchwankte er, und ſchien der herzlichen Bitte Wolfgangs nachgeben zu wollen; dann aber raffte er ſich gewaltſam zuſammen, fuhr mit der Hand über Stirn und Augen, als ob er alle trüben Gedanken aus ſeinem Kopfe wegwiſchen wollte, und ſagte tief ergriffen:

Es iſt zu ſpät, zu ſpät, Wolfgang! Kaiſerlicher Maje⸗ ſtät iſt der Krieg angekündigt, und ewige Schmach und Schande würde mich treffen, wenn ich mich jetzt, nachdem ich ſo große Worte geführt, wie ein Feigling zurückzöge. Und was würde mein Freund Philipp von Heſſen ſagen, wenn ich ihn ſo plötz⸗ lich im Stiche laſſen wollte? Nein, nein, kein Wort weiter! Ihr würdet mir nur das Herz ſchwer machen. Der liebe Gott hat mich zum Churfürſten des Reichs gemacht, obgleich ich deſ⸗ ſen nicht würdig bin; will er mich nun ferner zum Churfürſten haben, ſo wird er's wohl ſchicken und wird uns den Sieg ver⸗ leihen; wo nicht, ſo mache er aus mir, was er will, ſein Wille iſt der beſte.

Nach den letzten Worten umarmte er den Fürſten Wolf⸗ gang, und drückte ihn mit herzlicher Liebe an ſeine Bruſt. Wolfgang erwiderte dies Zeichen der Freundſchaft, aber ſeine Stirn blieb trübe und umwölkt, und obgleich er ſich alle mög⸗ liche Mühe gab, konnte er ſeine Seele doch nicht zu der gewohn⸗ ten Freudigkeit und Zuverſicht ſtimmen.

Am nächſten Morgen ritt der Churfürſt mit ſeinem Ge⸗ folge davon und Wolfgang gab ihm das Geleit bis an die