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Fürst Wolfgang : Historische Erzählung / von Franz Hoffmann
Entstehung
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gefallen iſt, obwohl böſe und ſchwere Worte gewechſelt worden ſind. Bedenkt wohl, wie gnädig er noch im vorigen Jahre auf dem Reichstage zu Augsburg gegen uns geweſen iſt. Erinnert Euch nur, man wollte uns zwingen, eine Formel von unſerer Religion fahren zu laſſen und redete uns hart zu. Wir aber traten vor aus den Reihen bis dicht an den Kaiſer heran, und ſagten einmüthig: ‚Herr, wir wollen Euch dienen mit Gut und Blut allezeit, wenn Ew. Majeſtät uns ungeſtört bei unſerer Religion belaſſen wollen. Ehe wir aber unſeren Gott und un⸗ ſer Evangelium verläugnen, mögt Ihr uns lieber die Köpfe ab⸗ ſchlagen laſſen. Hat da der Kaiſer nicht freundlich gelächelt und ſich gnädig gegen uns verneigt? ‚Nein, meine lieben Ohme, ſagte er, nicht Kopf ab, nicht Kopf ab; ſo iſt es nicht gemeint! Das waren ſeine eigenen Worte, und er ſagte ſie ganz offen und laut, obgleich König Ferdinandus neben ihm ſtand, der uns von allen Fürſten am meiſten haßte, und uns über die Maßen grollte. Wie mögte wohl der Kaiſer, da er jederzeitig gnädigen Sinnes iſt, einer ehrlichen Bitte um Frieden ſein Ohr verſchließen? Nein, nein, Ew. Liebden! Machet noch einen Verſuch zur Einträchtigkeit, und wenn dieſer nicht zum Ziele führen ſollte, ſo rechnet nur ganz ſicherlich auch auf meinen Beiſtand in unſerer heiligen Sache. Hilf, du heilige Dreifaltigkeit! Will ich doch lieber Anderen die Stiefel ab⸗ wiſchen, Land und Leute verlaſſen und an einem Stecken davon gehen, als dem Evangelio untreu werden! Aber ehe wir es aufs Aeußerſte ankommen laſſen, müſſen wir auch erſt das Aeußerſte verſuchen, um in Frieden und Eintracht unſer Ziel zu erreichen. Geht nicht in den Krieg, lieber Herr! Ruft Eure Kriegsknechte durch einen Eilboten zurück, verweilt ein paar Tage oder Wochen auf meinem Schloſſe und laßt uns ge⸗ meinſchaftlich ein Schreiben an des Kaiſers Majeſtät auſſetzen! Gebt Acht, der Kaiſer wird gern unſere Hand ergreifen, wenn