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Fürst Wolfgang : Historische Erzählung / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Schwert in der Scheide behalte, alldieweil wir in Frieden viel weiter kommen werden, als mit Trotz und Gewalt.

Während Fürſt Wolfgang dieſes Schreiben vorlas, war ſein hoher Gaſt vom Stuhle aufgeſtanden und, das Haupt auf die Bruſt geſenkt, in dem Gemache auf⸗ und niedergeſchritten.

Es iſt zu ſpät! rief er endlich, als Wolfgang ſchwieg und ihn fragend anblickte.Es iſt zu ſpät! die Würfel ſind gefallen, und nur Gott weiß, ob ſie zu meinen Gunſten oder zu meinem Verderben fallen werden. Indem wir mit einander hier, ſprechen, marſchiren meine und des Landgrafen von Heſſen ver⸗ einigte Truppen ſchon in Eilmärſchen wider des Kaiſers Heeres⸗ macht.

Hilf, du heilige Dreifaltigkeit! rief Wolfgang erſchrocken; warum haben Ew. Liebden das gethan? Habt Ihr denn ganz vergeſſen, daß der ehrwürdige Luther uns noch auf dem Sterbebette zum Frieden gerathen hat? Gott verhüte alles Böſe, ſo aus dem raſchen Schritte entſtehen könnte!

Wolfgang, ich konnte nicht anders, ſagte der Churfürſt, indem er ſeine breite fleiſchige Hand auf die Schulter des Freundes legte, und ihn mit einem Auge voll Muth und Ent⸗ ſchloſſenheit anblickte,der Kaiſer ſelbſt drohte uns mit dem

Kriege, wenn wir von unſerem Glauben nicht ablaſſen würden.

Wir ſandten hierauf eine Schrift an ihn des Inhalts:daß wir uns keines Ungehorſams ſchuldig wüßten, und daß, wenn wir wirklich ein Verſehen begangen hätten, es doch wenigſtens nicht mehr als billig wäre, vor der Verdammung unſere Ver⸗ theidigung zu hören. Wir wüßten aber nur zu gut, daß der Kaiſer den Krieg nur auf Anſtiften des Papſtes unternähme, um die reine Lehre des Evangelii und die Freiheit des deutſchen Reichs zu unterdrücken. Wenn dann nun ſeine Majeſtät den Krieg praktiziren wollte, ſo würde Sie auf unſerer Seite auch Leute finden, ſo vor blanken Waffen keine Scheu kennten.