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Fürst Wolfgang : Historische Erzählung / von Franz Hoffmann
Entstehung
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halten und einig ſind? Hört nur, was mein Vetter Georg über den Feldzug des Sebaſtian Schärtlin mittheilt.

Fürſt Wolfgang faltete das Pergamentblatt auseinander, und las, wie folgt:

Wie ich Euch denn, liebwerther Vetter, zu Frieden und Stillhalten vermahne, ſo will ich Euch auch ehrlich die Gründe angeben, welche mich zu ſothaner Handlungsweiſe beſtimmen. Erwähnter Sebaſtian Schärtlin, von den proteſtantiſchen Städten im obern deutſchen Lande zum Feldherrn erkoren, hat wollen Sr. Majeſtät dem Kaiſer, ſo ihn ruhig zu Ingolſtadt erwartet, zu Leibe gehen. Da er aber an den Lech iſt gekommen, und hat wollen über das Flüßchen ſetzen, ſo hat ſich ein Bote von der freien Reichsſtadt Augsburg bei ihm eingefunden mit dem Befehle, den friedlichen Boden des Herzogs von Bayern nicht zu betreten. Da iſt Sebaſtian Schärtlin ſehr bekümmert am Lech ſtehen geblieben, ohne ihn überſchreiten zu dürfen; denn er hatte noch Größeres im Sinne gehabt, und auf Regensburg losgehen wollen, wenn er die kaiſerlichen Heerhaufen raſch aus⸗ einander getrieben. Dann wäre freilich das obere Deutſchland für den Kaiſer verloren geweſen, und hat darum Schärtlin ge⸗ ſagt: daß gewiß einſt Hannibal nicht mit betrübterem Herzen von Italien abgezogen ſei, als er zu dieſer Stunde vom Baier⸗ lande. Er iſt nun auf Tyrol zugerückt, um die päpſtlichen Haufen, ſo dem Kaiſer zu Hilfe ziehen wollen, nicht nach dem deutſchen Lande zu laſſen, ſondern ihnen bei Zeiten den Paß abzuſchneiden. Wird ihm aber kaum etwas helfen, ſintemal jene Truppen ganz abſonderlich tapfer ſind und von verſuchten Hauptleuten kommandirt werden. Haltet Euch darum für jetzt ruhig, Ew. Liebden, mein werther Vetter, und ſehet zu, wie die Sachen gehen. Suchet auch Euren edlen Freund, den Chur⸗ fürſten Johann Friedrich von Sachſen zu bewegen, daß er ſein