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Churfürſt, aber den Moritz hätte ich nun und nimmermehr zum Hüter über meine Lande geſetzt, wenn ich nicht ſelber hätte des Landes Hüter ſein können. Churfürſt Moritz meint es nicht ehrlich mit unſerer Sache und mit unſerem Glauben, und ob⸗ gleich Proteſtant, ſteht er doch mehr zu des Kaiſers Majeſtät als zu uns, deſſen Bundesgenoß er ſein ſollte. Warum iſt er dem ſchmalkaldiſchen Bunde nicht beigetreten? Blos weil er's mit dem Kaiſer nicht verderben wollte und im Trüben zu fiſchen gedachte. Folgt meinem Rathe, Herr, und kehrt heim in Eure Reſidenz, um mit eigenen Augen nach dem Rechten zu ſehen. Ich habe Nachrichten, die Euch wenig gefallen werden.“
„Und wie lauten ſie, Ew. Liebden?“ fragte der Churfürſt ein wenig kalt, da er den gehofften Eifer nicht bei Fürſt Wolf⸗ gang gefunden, und ſich, wie er meinte, ſehr in ihm getäuſcht hatte.
Dem Fürſten entging das veränderte Weſen Johann nicht. Er ſchaute ihm treuherzig in die Augen, betrachtete ihn einige Augenblicke mit feſtem Blicke und ſagte dann freundlich, aber ernſt:„Herr Churfürſt, verſteht mich wohl, und laßt kein Mißtrauen gegen einen alten erprobten Freund in Eurer Seele aufkommen. Ich habe ſchon manchen ſchönen Ritt An⸗ deren zu Gefallen gethan, wie ſollte ich wohl nicht, wenn es nöthig wäre, auch meinem Herrn und Erlöſer Jeſu Chriſti zu Ehren mein Roß ſatteln und mit Dranſetzung meines Leibes und Lebens ſein heiliges Wort vertheidigen, um das ewige Ehrenkränzlein im himmliſchen Leben zu erwerben? Aber glaubt mir, Herr Churfürſt, noch iſt es nicht nöthig, zu dem Schwerte zu greifen, und der Kaiſer wird uns in Frieden mehr zuge⸗ ſtehen, als wir durch Gewalt der Waffen jemals von ihm er⸗ langen werden! Hilf, du heilige Dreifaltigkeit, was können wir wohl gegen ſeine große und gewaltige Heeresmacht ausrich⸗ ten, da wir proteſtantiſchen Fürſten in keiner Sache zuſammen⸗


