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Einer von den Reitern war, bis auf ein Schwert, ganz unbe⸗ waffnet. Das Geſicht deſſelben konnte jedoch Fürſt Wolfgang nicht erkennen, indem der Fremde, welcher mit dem Kaſtellane des Schloſſes einige Worte wechſelte, ihm den Rücken zukehrte. Gleich darauf aber ſchwang er ſich vom Roſſe, und blickte zu den Fenſtern Fürſt Wolfgangs empor, welcher jetzt in ihm einen treuen und wackeren Freund, den Churfürſten Johann Friedrich von Sachſen, genannt den Großmüthigen, erkannte. Eilig ſtieg er die breiten ſteinernen Stufen in den Schloßhof hinab, um den edlen Herrn zu empfangen und die nöthigen Befehle wegen Unterbringung ſeiner Begleitung zu geben.
„Mein werther Freund und Herr,“ nahm Fürſt Wolfgang das Wort, nachdem die erſten freudigen Empfangsfeierlichkeiten vorüber waren und die beiden edlen Herren in Wolfgangs Ge⸗ mache Platz genommen hatten,—„welches wichtige und hoch⸗ ernſte Ereigniß führt Euch zu mir? Nur einem ſolchen kann ich den erfreulichen und ehrenvollen Beſuch zu danken haben.“
Churfürſt Johann, ein ſtarker und wohlbeleibter Herr mit einem höchſt gutmüthigen Geſichte und treuherzigem und bie⸗ derm Weſen, nickte freundlich dem Fürſten zu und ſprach nach kurzem Bedenken:
„Haben denn Ew. Liebden das Rundſchreiben unſeres Herrn Vetters, des Landgrafen von Heſſen, noch nicht erhalten? Die Zeit iſt gekommen, wo wir zu den Waffen greifen und mit dem Schwerte in der Hand unſeren Glauben vertheidigen müſſen.“
„So iſt es alſo wirklich wahr?“ ſprach Fürſt Wolfgang nachdenklich, indem er nach der Pergamentrolle griff, die er vorhin, als er in den Schloßhof hinabging, auf einen Mar⸗ mortiſch gelegt hatte.„Mein Vetter Georg, der evangeliſche Biſchof von Merſeburg, warnet mich in dieſem Briefe vor übermäßiger Hitze und Schnelligkeit, indem es doch ein ver⸗


