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Fürst Wolfgang : Historische Erzählung / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſchneeweiße, fein gefaltete Krauſe, unter der ſich eine ſchwere goldene Kette hervorſtahl, welche ſchimmernd über die Bruſt hinabfiel. Die Beinkleider beſtanden, wie der Pelzüberwurf, aus ſchwerem venetianiſchem Sammt, und an den Stiefeln von feinſtem Wildleder klirrten während des Auf⸗ uun Abſchreitens ein paar mächtige goldene Sporen. In der Linken trug der Mann ein zuſammengerolltes Pergamentblatt, an ſeiner Hüfte im köſtlich geſtickten Wehrgehäng ein breites und langes Schwert, und im Gürtel einen ſchmalen, gekrümmten, reich mit Edelſteinen verzierten Dolch.

Nicht leicht konnte man ein Antlitz finden, in deſſen Zügen ſich Biederkeit, Treue, Kraft, Entſchloſſenheit, Würde und Freudigkeit deutlicher ausprägten, als in dem Angeſichte dieſes Mannes, der kein anderer war, als der tapfere und fromme Fürſt Wolfgang von Anhalt, der Legat Gottes von ſeinem ge⸗ lahrten Freunde, dem Doctor Martin Luther, genannt, um ſeines Eifers willen, das reine Wort des Herrn zu verbreiten und den Frieden unter den Fürſten zu erhalten. Jetzt aber ſchien eine düſtere Sorge ſchwer auf ſeiner Seele zu laſten, und ſeine ſonſt heitere und freie Stirn erſchien trübe und um⸗ wölkt.

Und wohl hatte Fürſt Wolfgang gegründete Urſache zu ernſtlichem Nachdenken, denn er ſtand im Begriffe, einen Ent⸗ ſchluß über eine Sache zu faſſen, von deren Ausgang ſein Glück, ſeine Krone, vielleicht ſein Leben abhing.

Während er noch immer nachdenklich in ſeinem Gemache auf und nieder wandelte, ertönten plötzlich ſchmetternde Trom⸗ peten auf dem weiten Schloßhofe, Geſtampf und Hufſchlag von Pferden erſchallte, und das Waffenraſſeln einer gewappneten Schaar drang bis zu Fürſt Wolfgangs Ohr. Schnell an ein Fenſter tretend, blickte er in den Hof hinab und gewahrte eine Schaar von Rittern und Reiſigen im blanken Harniſch. Nur