in Ringeln von Jack's Haupte nieder; ſeine blauen Augen, noch feucht von den vergoſſenen Thränen, blick⸗ ten mild und treuherzig unter den langen Wimpern hervor, und die rothen friſchen Lippen, obwohl ſie noch zitterten von dem kaum überſtandenen tiefen Seelen⸗ kampfe, lächelten jetzt dennoch, da der Knabe voll Freu⸗ digkeit ſein ganzes Vertrauen auf Gott geſetzt hatte. Mit tiefer inniger Rührung blickte der Fremde auf den Knaben nieder, ließ das kleine Mädchen los, und ergriff mit herzlichem Drucke Jack's Hand. Das kleine Mädchen blickte theilnehmend zu ihm auf. »„Ich habe dich beten hören, mein Kind,“« ſagte der Fremde ſanft.„Biſt du unglücklich? Vertraue mir deine Leiden an, du haſt ein theilnehmendes Herz ge⸗ 3 funden.« Das Gebet zum Höchſten hatte Jack erhoben und geſtärkt, und er war darauf gefaßt, alles Unglück, alle Leiden, die ihn treffen mögten, mit Standhaftigkeit und Ergebung zu tragen. Nicht aber hatte er noch Hoff⸗ nungen gehegt, Mitleiden und Theilnahme zu finden, und die unerwartete Güte des fremden Mannes über⸗ wältigte ihn daher ganz und gar. Er vermogte nicht zu antworten, ſondern brach in einen heftigen Thränen⸗ 3 ſtrom aus, ſchluchzte zum Erbarmen, und preßte mit krampfhafter Gewalt die Hand des Fremden an ſein 4 ſtürmiſch pochendes Herz.„Armer Junge,“ ſagte der Mann mitleidig,„wie es ſcheint, haben die Schläge des Schickſals ſchon ſehr ſchwer und hart deine Jugend getroffen. Aber faſſe dich, mein Sohn! So Gott will, den du ſo voll Vertrauen und Ehrfurcht ange⸗ rufen haſt, haben deine Leiden nun ihr Ende erreicht. Komm, geh' mit mir, faſſe mein Toͤchterchen an, und
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Wohlthun trägt Zinsen : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
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