ihren ſchmerzlichen Gefühlen beſchäftigt, am Lager der Mutter knieten, wurde plötzlich das Brett vor dem Eingange des Zimmers gewaltſam zurückgeſtoßen und polternd auf die morſchen Dielen des Fußbodens ge⸗ worfen. Im nächſten Augenblicke trat ein großer, breitſchultriger Mann herein, ſtampfte mit dröhnenden Schritten bis in die Mitte des engen Gemaches, kreuzte die Arme über die Bruſt, und blickte kalt, beinahe höh⸗ niſch auf die Mitglieder der unglücklichen Familie nie⸗ der. Ein runder Hut mit breiter Krämpe beſchattete zwar einen großen Theil ſeines rothen, aufgedunſenen Geſichtes, dennoch aber ſah man noch genug davon, um in den Zügen deſſelben den unverkennbaren Aus⸗ druck von Härte und thieriſcher Rohheit zu erkennen. »Nun, Davy,“ grölzte er mit rauher, mißtönender Stimme,„wie ſieht's aus? Könnt Ihr, wie Ihr vor drei Tagen heilig verſprachet, den Miethzins bezahlen, oder muß ich von hier aus zum Conſtabler gehen, um Euch aus dem Hauſe werfen zu laſſen? Antwortet!«
Hurtig und mit finſterem Geſicht war der unglück⸗ liche Mann von der Erde aufgeſtanden, als der Fremde in die Stube getreten war; aber der erſte Zorn über die rohe Weiſe ſeines Eindringens hatte plötzlich dem heftigſten Schrecken Platz gemacht. Er kannte das harte, unbeugſame Gemüͤth des Mannes, der drohend vor ihm ſtand, und mußte ſeinen Zorn fürchten, da er ihm den Miethzins für die elende Wohnung ſchuldete, welche er mit ſeiner Familie bewohnte.
»Habt Mitleid, Herr James,« ſagte er mit zittern⸗ der Stimme,„Mitleid, wenn auch nicht mit mir, doch mit dem kranken, unglücklichen Weibe, dem unſchuldi⸗ gen Knaben da. 3) kann Euch die Miethe nicht


