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Wohlthun trägt Zinsen : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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in einem großen Buche geleſen hatte, ließ in dieſem Augenblicke daſſelbe ſinken, heftete einen mitleidsvollen Blick auf ſeinen jammernden Vater, einen tief ſchmerz⸗ lichen auf die kranke Mutter, und wiſchte dann die

bitteren Thränen ab, welche reichlich über ſeine Wan⸗

gen hinfloſſen. Still und traurig weinte er vor ſich hin, und man vernahm in dem ärmlichen Gemache bald nichts mehr, als das ſchwache Athmen der leiden⸗ den Frau, das Gewimmer des verzweifelnden Gatten und das leiſe Schluchzen des armen Knaben in ſeiner

Endlich ſchlug die Frau ihre Augen auf; ein ſchwa⸗ cher Seufzer rang ſich bebend zwiſchen ihren Lippen hervor, und verſtöoͤrt blickte ſie um ſich. Ihr Gatte ver⸗ ſtummte und bedeckte ſein Geſicht mit den Händen.

Warum biſt du ſo traurig, lieber Mann?« fragte die Kranke mit matter, flüſternder Stimme.Blicke mich an, und ſage mir, was dir fehlt. Es war mir doch halb im Schlafe, als wenn ich deine Stimme jammern und klagen gehört hätte.

O Gott! ſeufzte der Arme,ſoll ich nicht weinen, wenn ich dich anblicke, wenn ich bedenke, daß du im Elende dahinſiechſt ohne Hulfe und Rettung! Oh, Herr, wie liegt deine ſtarke Hand ſo ſchwer auf mei⸗ nen ſchwachen Schultern! Oh, du armes, unglückliches Weib, ſoll ich nicht weinen, wenn ich vergeblich nach einem Arzte umherſchaue, der dir helfen könnte? Da liegſt du im verzehrenden Fieber, und keine Arznei be⸗ ruhigt dein jagendes Blut, kühlt deine brennende Zunge! Da liegſt du auf elendem Stroh und kein Pfühl, kein weiches Kiſſen iſt dir untergebreitet! Da liegſt du, ein geknicktes Rohr, und ich Unglücklicher kann dir nicht

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