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Tiſch; nur ein paar zerlumpte Kleidungsſtücke hingen neben dem Kamin an einem verroſteten Nagel.
In einer Ecke, die am meiſten gegen die unauf⸗ hörlich wehende Zugluft, welche zwiſchen dem ſchlecht verwahrten Eingange und den zerbrochenen Fenſtern ungehindert ihr Weſen trieb, geſchützt war, lag auf einem Lager von halb verfaultem Stroh eine von Krank⸗ heit darniedergeworfene Frau. Eine vielfach geflickte wollene Decke war über ſie gebreitet, und verhüllte nothdürftig ihre abgezehrten Glieder. Mit geſchloſſenen
Augen, die hageren Hände über der ſchwach athmenden
Bruſt gefaltet, lag ſie da, und nichts verrieth, daß noch Leben in ihr ſei, als ein gluͤhendrother, zirkelrunder Fleck, der auf der einen Wange brannte, während die andere von einer erſchreckenden Bläſſe bedeckt war. Ihr langes, zum Theil ergrautes, Haar hing aufgelöst und in untergeordneten Strängen um ihr fleiſchloſes Ange⸗ ſicht und die von nagendem Gram tief gefurchte, run⸗ zelvolle Stirn.
Zu Häupten des Bettes kniete ein Mann. Nur nothduͤrftig war ſeine Blöße bedeckt; der Hunger ſprach mit furchtbarer Beredſamkeit aus ſeinen tief liegende Augen; aber noch furchtbarer ſprach der Kummer, von welchem der Mann darniedergebeugt erſchien. Einen wilden Blick warf er nach oben und ballte krampfhaft, wie an dem höchſten Weſen verzweifelnd, die Hände; dann aber brach er plötzlich zuſammen, beugte ſich mit zuckendem Munde über ſein krankes Weib, und ſtieß laut und wimmernd Worte der Klage und des Jam⸗ mers aus. 3
Ein zwölfjähriger Knabe, der bisher in ſich zuſam⸗
menkauert und ſtill in einer Ecke geſeſſen, und emſig


