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Wohlthun trägt Zinsen : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Sparren; ein Theil der Fenſterſcheiben war zerbrochen, und verwehrte nicht Winden noch Regengüſſen das Eindringen in die inneren Räume; die äußeren Wände waren ihres Anputzes beraubt, und der Kalk wie die Steine der Mauern zerbröckelten langſam aber ſicher unter dem raſtlos nagenden Zahne der Zeit. Schon von außen ſah man dem elenden Gebäude an, daß ſein Inneres ſich in gleich erbärmlichem Zuſtande befinden müſſe, und nur mit trauerndem Mitleide konnte das Auge eines Menſchenfreundes darauf verweilen.

Und wohl ſah es betrübend aus und herzbrechend in der Hütte; denn der Jammer hatte ſeine Wohnung darin aufgeſchlagen, der hohläugige Hunger wüthete darin, und das verzehrende Geſpenſt der Krankheit hatte ſeinen Weg durch die zerbrochenen Fenſterſcheiben ge⸗ funden.

Links von der Hausflur, und nur durch ein ange⸗ lehntes Brett von derſelben geſchieden, lag ein feuchtes, niedriges Zimmer. Die kahlen Wände, an denen un⸗ geſtͤrt Spinnen und anderes Ungeziefer ihr Weſen trieben, zeigten nicht eine Spur jenes ärmlichen Schmuckes, mit dem ſonſt auch die Armuth die heimathliche Stätte zu verzieren pflegt. Man ſah da nicht jene kleinen, grell gemalten, vergilbten und geſchwärzten Bilder, mit ein wenig Waſſer und Mehl an die nackte Wand ge⸗ klebt; nicht die vertrockneten und beſtäubten Blumen, zierlich um den kleinen Spiegel geſteckt; nicht den hand⸗ breiten Spiegel ſelbſt, der in verzerrten und mißfarbi⸗

ggen Umriſſen die Gegenſtände ringsum im Bilde zu⸗

rückgibt. Alles war kahl, leer und grauenhaft öde; die

Decke ſchwarz von Rauch, die Dielen durchlöchert und

halb verfault. Nirgends ein Stuhl, ein Schrank, ein