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ſtäbe vor dem engen Fenſter ſeines Kerkers flog ein kleiner aber ſchwerer Gegenſtand herein, welcher mit einem Blatte Papier umwickelt war. Hurtig raffte Willy ihn auf und entfaltete das Papier mit zitternden Händen. Eine Feile fiel heraus, und das Blatt ſelbſt enthielt nur die wenigen Worte:„Halte dich dieſe Nacht bereit und durchfeile von innen den Riegel des Schloſſes; die anderen Riegel können von außen geöff⸗ net werden. Dein Freund Peter.“
Willy hätte vor Freuden beinahe laut aufgejauchzt. Endlich, endlich nun doch ein Lebenszeichen, endlich ein greifbarer Beweis, daß noch ein treues Herz übrig wet⸗ das Seiner gedachte und gewiß immer gedacht atte!
Aber plötzlich ſtutzte Willy und neue Zweifel dräng⸗ ten ſich ſeinem Geiſte auf. Die troſtreichen Worte waren„Peter“ unterſchrieben, und Willy erinnerte ſich nur zu deutlich, daß Peter weder leſen noch ſchreiben konnte. War der Brief mit der Feile am Ende gar eine Falle, oder eine Bosheit von Obadiah, der Ver⸗ gnügen daran fand, ſeinen Gefangenen durch neue Martern zu quälen?— Aber nein! Welchen Nutzen hätte ein ſolches Verfahren für den Piraten haben können? Und die Feile? Wozu ſie, wenn nicht zu dem im Briefe angegebenen Zwecke? Und endlich, wenn auch Peter nicht ſchreiben konnte, ſo befand ſich unter den übrigen elf Matroſen von der Schwalbe gewiß Einer oder der Andere, der die Feder führen konnte, und Peter hatte dieſem ohne Zweifel die Worte diktirt.
„Mit dieſer Erklaͤrung beruhigte ſich Willy und er⸗ vartete mit Ungeduld die kommende Nacht. Die Sonne


