ſank zum Horizonte nieder, die kurze Dämmerung wurde endlich von der völligen Finſterniß verſchlungen, und nun griff Willy zur Feile, um ohne Zögern den ihm gegebenen Auftrag auszuführen. Der Riegel, den er beſeitigen mußte, war dick und ſtark, aber die Feile ſchnitt auch ein, wie die feinſte Uhrſäge. Nach einer halben Stunde war der Riegel durchfeilt und ſomit das einzige Hinderniß entfernt, welches von dieſer Seite dem Eindringen Peters entgegenſtand. Da Willy weiter nichts zu thun hatte, ſo warf er ſich auf ſein Lager, und lauſchte mit geſpanntem Ohr und klopfendem Herzen auf das Nahen ſeines ſchwarzen Freundes. 2
Aber Minute an Minute verſtrich, ohne die bren⸗ nende Erwartung des Gefangenen zu befriedigen. Von außen her ſchallte zuweilen lauter, brüllender Jubel in ſeinen engen Kerker, der Willy vermuthen ließ, daß die Piraten wohl irgend eine Feſtlichkeit begingen;— aber auf die nahenden Schritte ſeines Befreiers hoffte er vergebens. Es konnte nicht mehr weit von Mitter⸗ nacht ſein— das laute Getöſe draußen verſtummte allmählig— nur hie und da gellte noch ein wilder, kreiſchender Schrei durch die ſtille Nacht und verhallte in zitternden Schwingungen— Alles wurde ruhig— da endlich traf ein Ton Willy's Ohr, der mit Einem Male ſein Herzblut ſtocken machte und ihn mit einem Schauer freudiger Ueberraſchung durchbebte. Er ſprang von ſeinem Lager auf und horchte mit geſpannter Er⸗ wartung. Ja, er hatte ſich nicht getäuſcht: der Sand knirſchte draußen unter den Schritten vorſichtig nahen⸗ der Männer, und einige Augenblicke ſpäter raſchelte eine taſtende Hand außen an den Riegeln der Thüg.


