Doktor! Machen Sie mit dem Kleinen, was Sie wollen und was Sie konnen!“ erwiederte der Kapi⸗ tän.„Unglückliches Kind! Es iſt fein gekleidet und ſcheint von guter Familie! Thun Sie Ihr Möglich⸗ ſtes, Doktor! Und nun— zu unſerer Pflicht zurück! Bringen Sie das Schiff wieder vor den Wind, Mr. Black!“«
Der Lieutenant griff zum Sprachrohre, ſeine Be⸗ fehle ertönten, und die nur einige Augenblicke durch ein ſo ſeltenes Ereigniß unterbrochene Disciplin war ſofort auf dem Schiffe wieder hergeſtellt. Bald flog die mun⸗ tere Brigg wieder luſtig vor dem Winde her und ſteuerte graden Kurſes dem fernen Oſtindien zu.
Es war alſo der kleine Willy, den der menſchen⸗ freundliche Kapitän Bridewell von dem traurigſten Schickſale gerettet hatte. In der That war es die höchſte Zeit geweſen, daß ihm Hülfe zu Theil wurde, denn der Lebensfunke glimmte nur noch ſchwach in ihm, und der Schiffsarzt mußte die gewiſſenhafteſte Sorgfalt anwenden, um ihn allmählig wieder zur hellen Flamme anzufachen. Aber es gelang. Zwar lag Willy bei⸗ nahe drei Wochen hindurch beſinnungslos im Fieber, immer zwiſchen Leben und Tod ſchwebend, aber endlich ſiegte doch ſeine urſprünglich gute Natur und die Kunſt des Arztes, und nach langem Leiden konnte der Doktor endlich mit Beſtimmtheit ihn für gerettet erklären. Das böſe Fieber verließ den Kleinen, ſeine Kräfte kehr⸗ ten allmählig zurück, und endlich, kurz vor der Ankunft der Brigg an ihrem Beſtimmungsorte, konnte Willy ſein Schmerzenlager verlaſſen und an der Hand des Doktors dem Kapitän Bridewell einen Beſuch in ſeiner Küüte abſtatten. 5


