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„ Ah, da haben wir ja unſeren kleinen Abenteurer!“ rief der Kapitän und ſtreckte dem Kinde freundlich die Hand entgegen.„Nun erzähle doch, armer Schelm, wie du in dem leichten Nachen auf die hohe See ge⸗ kommen biſt? Geſchwind, geſchwind! Denn ich bin in der That ſehr begierig, eine Erklärung zu erhalten.“
Willy nahm die Hand des Kapitäns, drückte ſie kindlich an ſeine Bruſt, und ſah ihn mit dankbaren Blicken an, aber— eine genügende Antwort auf ſeine Frage vermochte er nicht zu geben. 5
„Ich weiß nicht!« ſagte er.„Es iſt Alles ſo leer in meinem Kopfe!“
Verwundert ſchaute der Kapitän auf den Doktor.
Ddieſer zuckte die Achſeln.
„Leider verhält es ſich ſo,« ſagte er.»Ich habe ſchon alles Mögliche aufgeboten, irgend eine Erinne⸗ rung in dem Kleinen zu wecken, aber das Fieber, und wahrſcheinlich ſchon vorher die Angſt und die ausge⸗ ſtandenen Leiden haben ſein Gedächtniß gänzlich ver⸗ wiſcht. Aehnliche Fälle ſind nicht ſelten, ſelbſt bei Er⸗ wachſenen, und da darf uns dieſer allerdings ſehr traurige Umſtand bei ſolchem Kinde nicht wundern, das höchſtens fünf oder ſechs Jahre alt ſein kann.“
„»Aber dies iſt ja ſehr unglücklich!« rief der Kapi⸗ tän betroffen aus.„Der Kleine hat vielleicht, wahr⸗ ſcheinlich ſogar, Eltern, die noch leben und ſich nach ihm ſehnen! Es war meine Abſicht, ihn bei der Rück⸗ kehr nach England in ſeine Heimath zu bringen, die unzweifelhaft auf einer der weſtindiſchen Inſeln iſt, in deren Nähe wir ihn gefunden haben— aber wenn wir gar keinen Fingerzeig haben, ſo iſt das ja ganz unmög⸗ lich. Weiß er denn gar nichts mehr?“


