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Willy : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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den, und viele Meilen weit in der Runde befand ſich alſo kein menſchliches Weſen, das dem unglücklichen verlorenen Kinde einen freundlichen Blick hätte zuwer⸗ fen, ein tröſtendes Wort hätte zurufen können. Ganz, ganz allein und von aller Welt verlaſſen war der arme Knabe, und obgleich er noch zu klein und zu jung war, um die drohenden Gefahren ſeiner ſchrecklichen Lage im ganzen Umfange zu ermeſſen, machte doch ſeine gänz⸗ liche Abgeſchiedenheit von Allem was er liebte und an was er gewöhnt war, einen tief erſchütternden Eindruck auf ihn. Außerdem empfand er auch Hunger, und das einen recht tüchtigen Hunger, denn ſeit dem vorigen Nachmittage, alſo ſeit etwa ſechszehn bis achtzehn Stunden hatte er weder Eſſen noch Trinken zu ſich ge⸗ nommen. Der arme kleine Schelm mußte bitteres Herzeleid erdulden; als er ſeine traurige Lage in ſeiner kindlichen Weiſe in's Auge faßte, verzog er wieder wie geſtern ſein hüͤbſches, heute aber ſchon ein wenig blaſſes Ge⸗ ſichtchen zum Weinen, und als erſt die erſten Thränen gefloſſen waren, ging es auch mit Schluchzen und Jammern, wenige Unterbrechungen ausgenommen, den ganzen Tag fort, bis wieder die Sonne ſank, und wieder der mitleidige Schlaf ſich des armen Kleinen erbarmte und ihm die thränenmüden, vom heftigen Wei⸗ nen dick geſchwollenen Augenlider auf einige Stunden zudrückte.

Mittlerweile trieb der Nachen ohne Ruder und

Steuer, nur vom ſtetigen Winde getrieben, noch immer

weiter in die See hinein, in ungemeſſene Fernen von

der Küſte der Inſel Jamaica fort. Wilyy wußte das

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nicht, denn er war ja noch viel zu klein, um die Ent⸗