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Willy : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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zu weinen, bis ihn der Gedanke tröſtete, daß nun bald ſein Vater und ſeine Mutter wieder heimkommen und daß alsdann der Vater ihn ganz gewiß ſuchen und finden werde. Die Zuverſicht hierauf machte ihn ruhig, und nach ſo kleiner Kinder Art und Weiſe entſchlug

er ſich bald aller ſchlimmen Gedanken und Erinnerun⸗ gen, und fing ſogar an, wieder Freude und Vergnügen an ſeiner Waſſerfahrt zu empfinden.

Der Wind wehte friſch, aber doch nicht ſo heftig, daß er die Meereswellen zum Erſchrecken aufgeregt hätte. Er hob ſie eben nur hoch genug, daß ſie den leichten Nachen in einer angenehmen ſchaukelnden Be⸗ wegung erhielten, an welcher ſich Willy ganz beſonders erfreute. Es machte ihm ſogar Spaß, wenn eine etwas höher gehende Woge ihm ihren leichten, weißen Schaum in's Geſicht ſpritzte, und lachend wiſchte er die perlen⸗ den Waſſertropfen mit ſeinem Tuche wieder ab. Außer⸗ dem war der Abend ſo wunderſchön und die Sonne ging ſo prachtvoll unter, daß Willy im Anſchauen des herrlichen Schauſpieles alles Uebrige vergaß. Der Himmel glühte im Weſten von den brennendſten Far⸗ ben, von Roth, Purpur und Gold, und die Sonne glich einer ungeheuren feurigen Kugel, die ihren flam⸗ menden Wiederſchein wie einen flüſſigen Gluthſtrom mei ibe das Meer und das ganze Himmelsgewölbe ergoß.

Aber die Sonne ſank immer tiefer zu den hüpfen⸗ den Wogen hinunter, tauchte allmählig zur Hälfte un⸗ ter die Wellenkämme hinab, und verſchwand endlich nach einem letzten gluthſtrahlenden Aufleuchten ganz und gar. Allmählig erloſch nun auch die Gold⸗ und Purpurpracht des weiten Himmelbogens, die brennen⸗