nicht geſchehen! Ohne Beſinnen, ohne an die furcht⸗ bare Gefahr zu denken, die ſie ſelbſt bedrohete, ſtürzte die treue Negerin in den Fluß hinab, theilte mit ſtar⸗ kem und gewandtem Arme die Wellen, und ſchwamm leicht und ſchnell, wie ein Waſſervogel, den Strom hinunter.
Ihre muthige Aufopferung ſchien vom günſtigſten Erfolge gekrönt zu werden; von Sekunde zu Sekunde kam ſie dem jetzt noch langſam forttreibenden Kahne näher, ſchon ſtreckte ſie den Arm aus um ihn zu er⸗ greifen und ſchwimmend nach dem Ufer hinzudrängen, als ſie plötzlich einen ſchrecklichen, gellenden Schrei aus⸗ ſtieß und gleich darauf unter dem Waſſer verſchwand. Ein Kaiman, aus dem Grunde des Fluſſes auftauchend,
hatte die Arme mit ſeinen furchtbaren Zähnen er⸗ griffen und ſie mußte ſo ihre Treue mit dem Leben
bezahlen.
Willy hörte den Schrei des Entſetzens und ſah mit ſtarrem Auge das Verſchwinden ſeiner treuen Hüterin. Selbſt laut aufſchreiend bog er ſich über den Rand des Nachens und ſtreckte jammernd ſeine Händchen in die Tiefe, indem er laut immer und immer wieder Juno's Namen rief. Aber die treue Wärterin hörte ſein ver⸗
zweiflungsvolles Geſchrei nicht mehr, und als nun ein
dunkelrother, blutiger Flecken auf der glänzenden Ober⸗ fläche des Waſſers erſchien, da fuhr Willy entſetzt zu⸗
rück, warf ſich auf den Boden des Nachens nieder, ver⸗
barg ſein bleiches Geſichtchen in den zitzernden Händen und weinte bitterlich—— 4 1
Erſt kurz vor Sonnenuntergang kehrte Peter von ſeinem Ausfluge zurück, den er auf Befehl Mr. Har⸗
pers hatte unternehmen müſſen. Im Garten fand er


