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Willy : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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nicht die mindeſte Gefahr, und freute ſich nur darauf, das erſtaunte Geſicht zu ſehen, das Juno machen würde, wenn ſie ihn im Kahne mitten auf dem Waſſer erblickte.

Juno! Juno! rief er laut zum Ufer hinüber ſieh' nur, wie ſchön ich ſchwimmen und im Nachen fahren kann! Juno! Juno!

Die treue Negerin vernahm zwar das Geſchrei, aber in der Meinung, daß Willy noch ruhig im Gar⸗ ten innerhalb des Gitters befindlich ſei, kehrte ſie nicht allzu eilig aus dem Gebüſche zurück. Wie erſchrak ſie aber, als ſie im Heraustreten Willy nicht erblickte, und die Stimme des Knaben immer entfernter und von der Flußſeite her zu ihr drang. Eilig rannte ſie hinab, und jäher Schrecken raubte ihr faſt die Beſinnung, als ſie die Gitterthür offen ſtehen ſah. Sie ſtuͤrzte hinaus an die Treppe, und ihr Schrecken verwandelte ſich in Entſetzen, da ſie Willy mitten auf dem Strome im ſchwankenden Nachen, wohl ſchon zweihundert Schritte unterhalb der Ufertreppe bemerkte. In Verzweiflung ſchrie ſie laut auf, denn augenblicklich erkannte ſie die Gefahr, von welcher ihr Liebling bedrohet wurde. Kein Menſch außer ihr befand ſich in der Nähe, auch ein zweiter Nachen war nicht vorhanden, und doch mußte ſchleunigſt Hülfe geſchafft werden, wenn Willy vor einem ſchrecklichen Schickſale bewahrt bleiben ſollte. Wenn der Kahn noch weiter trieb, wenn er in's offene Meer gelangte, jetzt, wo der Abendwind ſich ſcharf vom Lande her aufmachte und den leichten Nachen weiter und immer weiter in die See hinaus treiben mußte, ſo

war ja Willy ohne alle Rettung verlore nd ſicheren Tode preisgegeben. Nein, nein