Druckschrift 
Wie der Herr, so der Knecht : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

73

Schändlichen! Er hat unſeren jungen Herrn verra⸗ then, und mit dem Blutgelde will er nun deſſen Be⸗ ſitzungen ankaufen!«

»Still!« ſagte Jaques laut und gebieteriſch.Wer beſchuldigt, muß beweiſen können! Vermagſt du das, Marcel? Du wareſt es, der geſprochen hat, ſo beweiſe nun. 3

Keine Antwort erfolgte, als nur ein dumpfes Murmeln.

»Weiter, Bürger Commiſſär,« wandte ſich Jaques jetzt wieder an den Beamten.

Aber ich kenne Euch nicht,« ſagte dieſer ſichtbar verlegen.Wer bürgt mir für Eure Geſinnungen?«

Fragt meine guten Freunde, die Jakobiner in Paris, nach Jaques Brouſſard, verſetzte der alte Die⸗ ner mit bitterem Lachen.Sie werden Euch Aus⸗ kunft ertheilen, und genuͤgende. Nicht umſonſt habe ich Brüderſchaft mit ihnen gemacht.

»Oh, mein Gott! Die Schlange! Der Verräther! Der Mörder!« flüſterten die Diener mit leiſer Stimme unter ſich, und warfen Blicke voller Abſcheu auf den ungetreuen, wohl gar verbrecheriſchen Diener. Jaques achtete nicht darauf, oder gab ſich wenigſtens dieſen Anſchein. 1

»Wenn es ſich ſo verhält,« nahm der Commiſſär wieder das Wort,dann habe ich allerdings keine Einwendungen weiter zu machen. Aber man wird ſich erkundigen, Bürger Brouſſard. Ihr werdet nicht acht Tage Beſitzer des Schloſſes ſein, wenn man ungünſtige Nachrichten über Euch vernimmt.

»Schon recht, erwiederte Jaques gleichgültig.

Kommt zu Ende, Bürger Commiſſär!«

4