60
Kaum aber hatten ſich die Soldaten Platz gemacht, ſo kroch er wieder hervor, richtete ſich auf, und ſchaute umher. Noch dauerten vorn an der Spitze der Kampf und das Getümmel fort. Aber ſchon konnte man ſehen, daß die Soldaten das Uebergewicht behalten würden, denn der Raum um ſie her wurde freier, und die Menge wich uͤberall vor ihren Siebelhieben zurück. Es war augenſcheinlich, daß irgend ein verwegenes Häuf⸗ lein den kühnen Verſuch gewagt hatte, um Einen oder Einige der Verurtheilten den Händen der Henker zu entreißen, aber leider war es auch eben ſo augenſchein⸗ lich, daß der Verſuch mißlungen war. Jaques wurde indeß durch dieß Ereigniß auf einen Gedanken gebracht, der blitzſchnell durch ſein Gehirn flog. Die Soldaten befanden ſich nicht in unmittelbarer Nähe, die Men⸗ ſchenmenge achtete auf nichts, als auf den Kampf bei dem vorderen Wagen, und ein Theil der Leute wälzte ſich noch mit blutenden Köpfen auf dem Straßenpfla⸗ ſter. Jaques ergriff den Moment. Er zog ein ſchar⸗ fes Meſſer aus der Taſche, und ſprang mit Einem Satze auf ein Wagenrad und den Wagen. Baron Vignerolles befand ſich dicht vor ihm. Mit Einem Schnitte befreite er ihn von den Stricken, mit denen ſeine Hände gefeſſelt waren, und drückte ihm dann das Meſſer in die Hand.
„Um Gottes willen, Herr Baron,“ fluͤſterte er ihm in's Ohr,—„eilen Sie! Durchſchneiden Sie auch die Stricke an Ihren Füßen, und dann herunter zu mir! Stürzen Sie ſich über die Wand des Wagens kopfüber heraus! Ich werde bereit ſtehen, Sie auf⸗ zufangen!“
Mit Einem Satze ſprang hierauf Jaques wieder


