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Wie der Herr, so der Knecht : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Der treue Jaques dagegen zitterte wie Espenlaub am ganzen Körper, und große Thränen rannen über ſein bleiches, kummervolles Geſicht. Der Baron ſah es, und ſein Blick ſuchte dem redlichen Diener Muth einzufließen. Jaques ſchuͤttelte traurig den Kopf.

Nach fünf Minuten waren die noch übrigen Ver⸗ höre béendigt, und die Verurtheilten wurden in ihren Kerker zuruͤckgefuhrt, den ſie dann nach einer Stunde verlaſſen ſollten, um auf das Blutgerüſt geſchleppt zu werden. Jaques hatte ſich mittlerweile ermannt.

Ich will verſuchen, ihn zu retten, murmelte er in ſich hinein.Wenn es Gott nicht gelingen läßt, ſo will' ich ihn wenigſtens ſterben ſehen, und einen letzten Blick von ihm auffangen.

Die Verurtheilten mußten einen offenen, nur von Brettern roh gezimmerten Wagen beſteigen, und wur⸗ den auf ihm nach der Conciergerie geführt. Jaques ſchritt ganz dicht an der Seite des Wagens einher, und es gelang ihm, unterwegs ſeinen Gebieter mehr⸗ mals zu ſehen, und ihm durch verſtohlene Winke an⸗ zudeuten, daß er noch nicht alle und jede Hoffnung aufgeben möge. Der Baron antwortete nur durch ein kaum merkliches Achſelzucken, welches ſagen ſe»Es iſt keine Hoffnung mehr für mich. Erhalte dich ſelbſt meinem Sohne.«

Jaques ließ ſich indeß nicht abſchrecken. Als der Wagen in dem Portale der Conciergerie verſchwand, wohin Niemand ihm folgen durfte, ſchritt der treue Diener draußen auf und ab, und zermarterte ſein Ge⸗ hirn mit Plänen zur Befreiung ſeines Herrn. Er ſah nur zu wohl ein, daß jeder Verſuch umſonſt ſein würde, und ihn ſelbſt der äußerſten Gefahr ausſetzen