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Wie der Herr, so der Knecht : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Und die Gleichheit!« rief Baron Vignerolles, der ſeinen Wein unbemerkt unter den Tiſch geſchüttet hatte, von Neuem. 3

Von Neuem wurde getrunken, und der Baron brachte ein drittes Hoch aus auf die Brüderlichkeit. Man trank wacker, und es dauerte nicht lange mehr, ſo glaubte Baron Vignerolles an die Ausführung ſeines Wageſtücks gehen zu können. Alle Gäſte waren mehr oder weniger berauſcht, und ſo ganz und gar mit Trinken, Singen und Schwatzen beſchäftigt, daß ſie auf nichts weiter Acht hatten. Baron Vignerolles trug eine neue Batterie Flaſchen auf, und erwartete dann einen günſtigen Augenblick, um unbemerkt davon zu ſchleichen.

Noch zögerte er, als plötzlich die Thür geöffnet wurde, und ein kleiner Knabe, ungefähr von der Größe des gefangenen Prinzen, in den Saal trat. Niemand ſah ihn, als Baron Vignerolles, der ihn verwundert anblickte. Er näherte ſich dem Kinde, das, einge⸗ ſchüchtert durch den Lärm und das Geſchrei, an der Thür ſtehen geblieben war.

»He mein Kleiner, wie kommſt du hierher? fragte er den Knaben.Was willſt du hier?«

Ich ſuche meinen Vater, den Sergeanten Morel,« erwiederte das Kind.Ich ſoll ihm einen Auftrag von der Mutter ausrichten. 8

Ein Gedanke, flüchtig wie ein Blitz, durchzuckte und erleuchtete den Baron. Er war entſchloſſen ge⸗ weſen, den Dauphin auf jede Gefahr hin in einem Korbe zu entführen, jetzt entwarf er im Nu einen anderen Plan, der ſicheres Gelingen zu verſprechen

ſchien.