Druckschrift 
Wie der Herr, so der Knecht : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

45 4

ſagte Simon, und verſchloß die Thür. Den Schlüſſel

ſteckte er in ſeine Taſche.

Baron Vignerolles wagte keinen Widerſpruch gegen dieſe Vorſichts⸗Maßregel Simon's, obgleich ſie ihm nichts weniger als angenehm war. Indeß tröſtete er ſich damit, daß es nicht ſchwer halten würde, die Thür mit Hülfe eines Beiles oder eines Meißels zu zerbrechen, und außerdem mußte es Simon ſicher machen, wenn er den Knaben hinter Schloß und Riegel ver⸗ wahrt glaubte.

So gingen denn beide nach dem unteren Wacht⸗ Saale, und fanden hier wirklich ſchon einige Soldaten und Wächter, welche ihr Erſcheinen mit lautem Jubel begrüßten.

»Da kommt Simon! Nun kann es losgehen! ſagte ein Bürger⸗Sergeant, Namens Morel, deſſen Bekanntſchaft Baron Vignerolles bereits gemacht hatte. Setzt Euch, Kameraden! Herbei mit den Flaſchen, Simon! Wie wir hier ſind, haben wir Alle durſtige Kehlen!

Ihr ſollt ſie anfeuchten, bis Ihr genug habt,« erwiederte Simon in der beſten Laune.Es iſt hin⸗ reichend Wein da, dank der Freigebigkeit dieſes Kame⸗ raden!

»Er lebe hoch!« ſchrie Morel ausgelaſſen.Und Tod den Tyrannen!

Die Gäſte nahmen Platz um einen Tiſch in der Mitte des Saales, Simon brachte Trinkgläſer herbei, ſetzte eine Batterie Flaſchen auf, und das Gelage nahm

ſeinen Anfang. Vignerolles trank mit den Uebrigen,

hütete ſich aber wohl, eben ſo unmäßig zu ſein, wie

dieſe, und ſchüttete den Inhalt ſeines Glaſes meiſt