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Er ging ſogleich, friſches Waſſer zu holen, und erquickte den Knaben damit.
„Danke!“ ſagte dieſer mit einem ſanften Blicke. „So gutes Waſſer habe ich ſehr lange nicht getrunken. Simon bringt es mir nie friſch.«
„Iſt er nicht gütig gegen dich?« fragte der Baron. „Man ſollte doch glauben, eine wilde Beſtie müßte Mitleiden mit dir haben!«
„Oh nein,“ antwortete der kleine Prinz mit einem Seufzer.„Er ſchilt mich, er ſchlägt mich und miß⸗ handelt mich, ohne daß ich ihm Veranlaſſung dazu gebe. Neulich trat er mich mit dem Fuße vor die Bruſt, daß ich durch das ganze Zimmer bis gegen die Wand flog, weil ich, als ich ihm ſeine Füße wuſch, etwas nicht nach ſeiner Laune machte. Davon bin ich krank geworden.“
»Der Unmenſch!“ rief Baron Vignerolles empört aus.„Und er zwingt dich, ihm die Füße zu waſchen? Dich, den Sohn ſeines Köͤnigs? Aber dieß überſteigt jedes Maß der Schändlichkeit.“ 4
„Oh, er peinigt mich noch mehr, und ſeine böſe Frau ebenfalls,“ entgegnete der kleine Dauphin traurig. „Ich muß Beiden die niedrigſten und ſchmutzigſten Dienſte leiſten, wenn ich nicht getreten, geſtoßen und blutrünſtig geſchlagen werden will.“
Vignerolles war im Begriff, ſeine Entrüſtung in lauten Worten Luft zu machen, als ploͤtzlich die Thür aufgeriſſen wurde. Simon trat ein, mit boshaft fun⸗ kelnden Augen und tückiſchem Grinſen. 1
„Hoͤre mal, kleiner Capet,“ ſagte er drohend,„ich glaube gar, du erlaubſt dir, dich über mich zu beklagen?


