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„Hüte deine Zunge, Simon!“ ziſchelte die Frau mit einem ſcheelen Blick auf Baron Vignerolles.„Es gibt Verräther.“
»Das iſt wahr,“ verſetzte der Schuſter, und ſchlug heftig mit der Fauſt auf die Flugſchrift, als ob er ſeinem Aerger und Grolle Luft machen müſſe.
Eine geraume Zeit redete Niemand ein Wort. Simon und ſeine Frau thaten, als ob außer ihnen Niemand zugegen wäre. Baron Vignerolles verlor endlich die Geduld.
„Wo iſt der kleine Capet? Ich ſehe ihn nicht,« ſagte er.„Bin ich hierher geſchickt, um zu faullenzen, oder wird man mir mein Geſchäft anweiſen?«
Simon wies mürriſch auf eine Thür, welche zu einem Nebenzimmer zu fuͤhren ſchien.
„Dort!« ſprach er barſch und kurz.
Der Baron näherte ſich der Thür, öffnete ſte, und betrat ein kleineres Zimmer als das erſte, deſſen Fenſter aber ebenfalls ſtark vergittert waren. Eine kalte, dum⸗ pfige Luft wehte ihm entgegen, und die traurige Oede des Gemaches bedrückte ihn. Er gewahrte nichts, als ein Bett und einen Stuhl. Der Fußboden war mit Steinplatten belegt, die Wände waren kahl und ver⸗ räuchert und in den Winkeln hatten Spinnen zahlloſe Netze gewoben. Auf dem Bette lag ein Kind, das Geſicht nach der Wand gekehrt. Es drehte ſich nicht um bei dem Geräuſche, die das Oeffnen und Schlie⸗ ßen der Thür verurſachte, ſondern blieb unbeweglich liegen. 4
»Armes Kind!« murmelte der Baron.„Welch' ein Aufenthalt für den Sohn des Königs. der den
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