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Wie der Herr, so der Knecht : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Gott eine günſtige Gelegenheit, und wir werden dann nicht verfehlen, ſie zu benutzen.

Endlich erreichte er die Wohnung Simon's, ein finſteres, ſchmuckloſes Gemach mit ſtarken Eiſenſtäben vor den Fenſtern. Simon und ſeine Frau, ein ſchmutzi⸗ ges altes Weib mit häßlichen und boshaften Zügen, befanden ſich darin. Der Schuſter las in einer jener aufregenden Flugſchriften, welche zu damaliger Zeit unter das Volk verbreitet wurden, um den Blutdurſt deſſelben rege zu erhalten. Simon's Frau ſaß auf einem Schemel am Fenſter, und beſchäftigte ſich damit, grobe wollene Strümpfe auszubeſſern.

Wer biſt du? Was willſt du? fragte der Schuſter barſch den Eintretenden.

Ich bin der Krankenwärter, welchen der Bürger Doktor dem kleinen Capet ſchickt,« erwiederte Vig⸗ nerolles.Ihr ſeid ohne Zweifel der Bürger Simon?

Du haſt es errathen. Das da iſt meine Frau, ſagte Simon kurz, und betrachtete den Ankömmling mit finſteren, übelwollenden, faſt mißtrauiſchen Blicken. Nach einer Weile fügte er hinzu:Deine Legitimation, Bürger. 4

Baron Vignerolles reichte ſie hin, und Simon las ſte ſchweigend mit großer Genauigkeit von einem Ende bis zum andern durch, als ob er jeden Buchſtaben prüfen wolle.

Es iſt richtig, brummte er dann vor ſich hin. Ich weiß nicht, was der Convent will. Mir wird geſagt, ich ſoll ein Ende machen mit dem Tyrannen⸗ ſohne, und nun ſchickt man ihm gar einen Kranken⸗ wärter! Warum nicht gleich auch noch einen Kammer⸗ diener?« 3