33
nerolles am Gitterthor des Tempels, und verlangte Einlaß.
„Euren Paß, Bürger!“ redete die Schildwache ihn barſch an.
Schweigend reichte der Baron den Schein des Arztes hin, der Soldat las die Worte:„Auf Befehl des Convents,“ machte ſeine Honeur's, und trat zurück.
„Paſſirt!“ ſagte er.
Baron Vignerolles trat in das Gefängniß ein, und ein leichter Schauer rieſelte durch ſeine Glieder, als er langſam durch dieſe düſtern Räume ſchritt, welche das Unglück ſeines Königs geheiligt hatte. Er mußte drei Treppen bis zur Wohnung des Schuſters Simon er⸗ ſteigen, und in jedem Stockwerke durch einen Saal gehen, welcher von Soldaten beſetzt war. An jeder Treppe wurde er noch außerdem von einer Schild⸗ wache angehalten, welche ihm, wie der Soldat am Eingange, ſeinen Paß abforderte, und nun erkannte er wohl, wie ſchwierig, ja wie unmöglich es geweſen war, den König durch dieſe Menge von Wächtern und Auf⸗ paſſern hindurch zu entfuͤhren. Die Conciergerie, in welcher die Königin die letzten Monate ihres Lebens zugebracht hatte, war faſt noch ſtrenger bewacht, als der Tempel, und Baron Vignerolles brauchte ſich deßhalb keine Vorwürfe daruͤber zu machen, daß es ihm nicht gelungen war, ſeine edlen Abſichten auszu⸗ führen. Gleichwohl ſchreckten ihn die Soldaten und Wächter nicht, und ebenſowenig konnte ihre große An⸗ zahl ſeinen Vorſatz erſchüttern.
»Man muß hoffen,“« dachte er.„Vielleicht ſendet
Wie der Herr ꝛc. 3


