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Wie der Herr, so der Knecht : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Schreiben Sie mir den Zettel, der mir die Thore des Tempels öffnet!«

„Sind Sie wirklich und unerſchütterlich entſchloſſen?“

„Unerſchütterlich!«

„Nun wohlan denn, in Gottes Namen, des Gottes, deſſen Schutz ich auf Sie herabflehe,“ ſprach der Arzt feierlich.„Gehen Sie denn, und Ihre Treue möge den verdienten Lohn finden. Hier iſt der Erlaubniß⸗ Schein zum Eintritt in den Tempel.“ Der Baron faltete ihn zuſammen und ſteckte ihn

in ſeine Taſche.

„Ich werde ſie täglich ſehen, mein Herr?« fragte er dann.

„Täglich,— vielleicht auch öfter, wenn es, ohne Verdacht zu erregen, geſchehen kann.“

„Gut, ſo werden wir alſo in ſteter Verbindung bleiben, und können jeden günſtigen Augenblick be⸗ nutzen. Wann habe ich mich im Tempel zu melden?“

„Um ſechs Uhr Abends.“

„Jetzt iſt es vier Uhr, ich habe alſo Zeit genug, meinen Diener zu benachrichtigen. Leben ſie wohl, mein Herr, auf baldiges Widerſehen!«

Die beiden Männer reichten einander die Hände

und drückten ſie mit Herzlichkeit.

„Vergeſſen Sie nicht— Verſtellung, Herr Ba⸗ ron!“ ſagte der Arzt noch beim Abſchiede.„»Trauen Sie Niemanden, und am wenigſten jenem Elenden, dem Schuſter Simon!“

„Ich werde nur mir ſelbſt vertrauen, Niemanden weiter,“ gab Baron Vignerolles zur Antwort, und entfernte ſich. Pünktlich um ſechs Uhr Abends ſtand Baron Vig⸗