Druckschrift 
Wie der Herr, so der Knecht : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

»Verzeihung, Bürger!« verſetzte der Baron. »Ich hörte Eure Unterredung mit Simon, Ihr wollt einen Krankenwärter in den Tempel ſchicken, um Gottes Barmherzigkeit willen flehe ich Euch an, ſchickt mich dahin!«

Der Arzt maß den Baron mit großen Augen von Kopf bis zu den Füßen.

»Buͤrger, Ihr ſeid nicht, was Ihr ſcheinen wollt,« ſagte er dann nach kurzer Ueberlegung.Aber hier iſt nicht der Ort, ſich darüber zu verſtändigen. Folgt mir in meine Wohnung, ich bin eben auf dem Wege dahin.

Aber in einiger Entfernung, bitte ich, man möchte ſonſt Verdacht ſchöpfen, und ich habe noch nicht Luſt, nähere Bekanntſchaft mit der Gulllotine zu machen. Auf Wiederſehen, Bürger!

Er nickte leicht mit dem Kopfe, und ſchritt raſch

weiter. Der Baron folgte ihm langſamer, ſah ihn nach einiger Zeit in ein Haus treten, und ſchluͤpfte eine Minute ſpäter hinter ihm drein. Die Thür ſchlug zu, er ſtand in einer finſteren Hausflur. Eine warme Hand ergriff die ſeinige, und eine leiſe Stimme flüſterte: Kommen Sie!« Dceer Baron folgte willig, denn er hatte die Stimme des Arztes erkannt. Derſelbe geleitete ihn eine Treppe zum oberen Stockwerke hinauf, und führte ihn dann durch mehrere Gemächer in ein kleines Kabinet, das er von innen verriegelte.

So! Nun reden Sie, ſprach er laut.Hier

ſind wir ſicher, von Niemand gehört zu werden. Sie ſind nicht ein Mann aus dem Volke, wie Ihre Klei⸗ dung glauben machen ſoll, Sie ſind Royaliſt, mein