Simon mürriſch, und machte Miene, nach dem Tempel zurückzukehren.
„Gewiß, ich rechne darauf, Bürger Simon,“ er⸗ wiederte der Arzt.„Ihr werdet den Krankenwärter, den ich Euch heute noch zuſchicken will, bei Euch auf⸗ nehmen und ihm die Pflege des Prinzen, wollte ſagen, des kleinen Capet, unbedingt überlaſſen, ohne Euch weiter hinein zu miſchen,— weder Ihr, noch Eure Frau. Verſtanden?“
„Ganz recht, Bürger, ich werde gehorchen,“ grollte Simon.„Gleichwohl ſehe ich wahrhaftig nicht ein, warum man ſo viele Umſtände mit dem Tyrannen⸗ Sprößlinge macht!“
„Ihr ſeid ein Unmenſch, Simon,“ verſetzte der Arzt mit Entrüſtung.„Aber gleichviel, jedenfalls rechne ich auf Euren Gehorſam, oder Ihr werdet mit dem Con⸗ vente zu thun bekommen.“
Simon entfernte ſich mit tückiſcher Miene. Baron Vignerolles ging an ihm vorüber, als ob er ihn gar nicht bemerke, und folgte dem Arzte. Durch einen ver⸗ ſtohlenen Blick rückwärts überzeugte er ſich, daß der Schuſter im Eingange des Tempels verſchwunden war, und holte dann mit einigen raſchen Schritten den Dok⸗ tor ein..
„Mein Herr,“ redete er ihn an,„ich komme...“
Der Doktor ſah ſich erſchrocken um.
„Still, ſtill,“ ſagte er.„Wir leben im Zeitalter der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Nennt mich Bürger, wenn's beliebt, nur nicht mein Herr. Wenn das ein Aufpaſſer gehört hätte, es könnte Euch den Kopf koſten. Aber was wollt Ihr von mir, Bürger?“


