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der traurige Anblick zu erſchuͤttern, denn ſo ſehr einzelne Bluthunde das Volk anreizten, die Königin auf ihrem letzten Wege noch zu beleidigen und zu ſchmähen, herrſchte dennoch überall die tiefſte Stille, und Baron Vigne⸗ rolles ſah manche Thräne fließen, welche man dem kummervollen Geſchicke dieſer armen Frau und Mutter zollte.
Auf dem Blutgerüſte angekommen, beugte die Köni⸗ gin ihre Kniee, und ſagte laut mit klarer und feſter Stimme:
»„Gott, erleuchte und rühre meine Henker! Lebt wohl auf immer, meine Kinder! Ich gehe zu eurem Vater!«
Als ihr edles Haupt fiel, ertönte ein Wehegeſchrei aus der verſammelten Menge. Baron Vignerolles aber näherte ſich dem Schaffot, tauchte den Zipfel eines weißen Tuches in das rinnende Blut ſeiner Königin, und ſagte leiſe:
»„Bei dieſem zum Himmel ſchreienden, unſchuldig vergoſſenen Blute ſchwoͤre ich, deinen Sohn zu retten oder zu ſterben!“
Verzweiflung im Herzen kehrte er in ſeine kleine Wohnung zurück, und überließ ſich mehrere Tage ohne Widerſtand der Heftigkeit ſeines Schmerzes. Dann aber raffte er ſich auf mit dem unerſchütterlichen Ent⸗ ſchluſſe, ſein heiliges Gelübde zu erfüllen. Jaques wagte es nicht, ihn durch Zureden und Bitten davon abzuhalten, denn er ſah wohl, daß der feſte Wille ſei⸗ nes Herrn unbeugſam war.
Baron Vignerolles wich von jetzt an faſt nicht mehr von dem ſcharf bewachten Eingange zum Tempel, um irgend eine Gelegenheit zum Eindringen zu erſpähen,


