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Wie der Herr, so der Knecht : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
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wei oder drei Jahrhunderten waren die Räume gänz⸗

lich vergeſſen.

»Mein Vater beſchloß nach kurzer Ueberlegung, das Geheimniß auch ferner zu bewahren. Er verbarg den Eingang wieder auf das Sorgfältigſte, und richtete ihn ſpäter mit vieler Mühe ſo ein, daß er ohne große Umſtände in die Gemächer hinunter gelangen konnte. Zugleich traf er ſolche Vorſichtsmaßregeln, daß der Zu⸗ gang unmöglich von einem Nichtwiſſenden aufzufinden war, und zum Ueberfluß ließ er es ſich auch angelegen ſein, allerlei kleine Spukgeſchichten über die Ruinen zu verbreiten, welche dazu dienen ſollten, die neugierigen Bauern fern zu halten, was ihm auch ſo ziemlich ge⸗ lang. Um den Geſpenſtergeſchichten noch mehr Glau⸗ ben zu verſchaffen, trieb er ſelber zuweilen abſichtlich allerlei Spuk in den Ruinen, wandelte bald als Nonne, bald als Mönch, bald als Teufel verkleidet, zwiſchen dem alten, zerfallenen Gemäuer umher, zündete Licht unten, und Feuer im Kamſ an, ſo daß ein unheim⸗ licher Schein von unten eine matte Beleuchtung uͤber die Ruine verbreitete, und verſetzte durch alle dieſe kleinen Mittel die guten Bauern in ſolchen Schrecken, daß es Keiner, weder bei Tage noch bei Nacht, wagt, ſich dem verrufenen Orte nur auf tauſend Schritte zu nähern. Sie meiden den Platz auf eine Stunde im Umkreiſe, und die Ruine ſelbſt iſt gewiß in dreuzig, vierzig Jahren von keinem menſchlichen Fuße betreten worden.

Erſt, als ich erwachſen war, weihete mich mein Vater in ſein Geheimniß ein, und ich habe es bis zu dieſer Stunde bewahrt.

Mein Gott, das iſt ja eine äußerſt ſonderbare