Druckschrift 
Wie der Herr, so der Knecht : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

Geheimniß, das ich von meinem Vater geerbt und, wie dieſer, treu bewahrt habe. Jetzt iſt die Zeit ge⸗ kommen, Nutzen davon zu ziehen. Sie wiſſen, gnädig⸗ ſter Herr, daß eine gute habe Stunde vom Schloſſe ent⸗ fernt die Ruine eines Kloſters mitten im dichteſten Walde liegt?«

Ich kenne ſie, aber es iſt nur ein kleiner Trümmer⸗ haufen. Willſt du dort das Gold vergraben?

Ich will etwas Beſſeres, gnädigſter Herr, obgleich die Ruinen ſelber ſchon hinreichenden Schutz gewähren würden, denn die abergläubiſchen Bewohner der Um⸗ gegend meiden den Ort, weil ſie ihn für nicht geheuer halten. Faſt nie verirrt ſich ein menſchlicher Fuß in ſeine Nähe, und Jeder weicht ſcheu von hinnen, wenn ihn ein Zufall in die Gegend der Ruinen führt. Die Leute behaupten, es gingen Geſpenſter um in dem alten Gemäuer, und Mancher will ſie geſehen haben bei nächtlicher Weile. Auch Feuerſchein und Lichtſchimmer hat man bemerkt, wie aus den Tiefen der Erde empor quellend, und verdächtiges Geräuſch ſoll zuweilen in ſtillen Nächten vernehmbar geworden ſein.

»Unſinn!« rief Baron Vignerolles aus.Ich habe meine guten Bauern nicht für ſo einfältig gehalten, ſo albernes Zeug zu glauben.

»Und doch, gnädigſter Herr, liegt dieſen Geſpenſter⸗ Geſchichten etwas Wahres zu Grunde, erwiederte Jaques mit einem eigenthümlichen Lächeln.Hören Sie nur. Mein Vater, der, wie ich bei Ihnen, Jäger⸗ dienſte bei Euer Gnaden Vater verſah, ſtand eines Tages ganz in der Nähe auf dem Anſtande. Er lauerte einem Hirſche auf, gewahrte aber ſtatt deſſen einen