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Wie der Herr, so der Knecht : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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jetzt konnte er nicht mehr. Das Zeitungsblatt entfiel ſeinen zitternden Händen, in die er ſein bleiches Ge⸗ ſicht verbarg.

Oh, mein Gott, ſtöhnte er aus keuchender Bruſt, und hatteſt du keinen Blitz, dieſe Henkersknechte zu zerſchmettern? Er, der beſte, der gütigſte, der edelſte König, ermordet! Und warum ermordet? Weil er ſeinem Volk nichts als Gutes gethan! Dies iſt ent⸗ ſetzlich, und ein blutiger Schandflecken in Frankreichs Geſchichte!

Ja ſie haben ihn getödtet, ſagte Baron Vigne⸗ rolles tief erſchüttert.Nicht das Andenken an ſeine fleckenloſe Reinheit, nicht die Erinnerung an ſeine Herzensgüte, nicht die offenbarſten Beweiſe ſeiner gänz⸗ lichen Schuldloſigkeit, konnte die Verruchten abhalten, ihre Hände in ſein Blut zu tauchen! Aber Gott wird eines Tages auch ſie finden und Gericht halten über die Mörder! Er, der edle Märtyrer vergab ihnen, nur wenige Augenblicke noch vor ſeinem Tode, über⸗ laſſen wir ſie daher der Vergeltung des Himmels. Aber bleiben wir deßhalb nicht müſſig. Die Elenden werden nicht ſtehen bleiben, ſte werden weiter gehen, ſie werden nicht ruhen, bis ſie auch den letzten Bluts⸗ tropfen der Königlichen Familie vergoſſen haben. Nicht die Königin, nicht das Haupt ihrer Kinder iſt ſicher vor dieſen Bluthunden! Oh, ich mache mir die bitter⸗ ſten Vorwürfe, meinen König verlaſſen und nicht ein⸗ mal einen Verſuch zu ſeiner Befreiung gemacht zu haben! Vielleicht, mit einigen anderen Getreuen im Bunde, wäre es uns gelungen, ihn zu retten! Aber wer konnte auth ahnen, daß das Schrecklichſte geſchehen, daß das geheiligte Haupt des Königs nicht heilig ge⸗