auf dem Blutgerüſt. Er betrachtete die
an dem Fußgeſtelle der zertrümmerten Bildſäule Lud⸗ wigs XV. errichtet worden war, ankam und ſtill hielt, ſagte der König: ‚Jetzt ſind wir da.-— Hierauf be⸗ ſtieg er mit feſtem Schritte das Blutgerüſt, und be⸗ trachtete einige Augenblicke die unzählbare Menge des Volkes. Dann kehrte er ſich mit einem tiefen Seufzer gegen den Palaſt der Tuilerien, und ſah ſtillſchweigend nach ſeiner vormaligen königlichen Wohnung, in deren Angeſicht man grauſamer Weiſe das Blutgerüſt aufge⸗ ſtellt hatte. Der Platz war außer einer unermeßlichen Menge von Zuſchauern mit fünfzehn⸗ bis zwanzig⸗ tauſend bewaffneten Bürgerſoldaten beſetzt. Zunächſt um das Blutgerüſt ſtellte ſich ein beträchtliches Korps Reiterei unter Anführung Santerre's auf. In einiger Entfernung ſtanden mehrere mit Kartätſchen geladene Kanonen, die Mündungen gegen das Schaffot gerichtet. Der König trug einen bräunlichen Ueberrock und da⸗ runter ein dunkleres Kleid. Drei Henkersknechte pack⸗ ten ihn, und wollten ihm ſeinen Ueberrock und ſein Kleid ausziehen. Er aber wies ſie zurück und ent⸗ kleidete ſich ſelbſt. Hierauf legten ſie ihm ein weißes Kamiſol an, welches den Hals frei lies. Dann ſchnit⸗ ten ſie ihm die Haare ab. Als ſich der Eine der Hen⸗ ker mit dem Stricke näherte, um dem Könige die Hände auf den Rücken zu binden, äußerte der König aber⸗ mals Unwillen, und widerſetzte ſich dem Binden. Als ihn aber Edgeworth erinnerte, daß der Erlöſer der Menſchen ſich auch die Arme habe binden laſſen, wurde der König nachgiebig, und ließ ſich ohne w 3 Widerſtand die Feſſeln anlegen.. 8 „So ſtand nun der gute und edle Köni


