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Weihnachten! : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Gebete ſollten nicht erhört werden, Gott hatte es anders beſchloſſen. Herr Knievel ſtarb und wir weinten an ſeinem Grabe. Mir war es, als ob ich zum zweiten Male einen theuren Vater verloren hätte!«

Armer Jonathan! ſagte Mynheer Beukelaer voll Theilnahme, als Jonathan, überwältigt von Rührung, inne hielt.»Und ſo kam es denn, daß Ihr auf der Pflanzung uͤberflüſſig wurdet, die Erben entließen Euch, Ihr mußtet nach Europa zurückkehren! Nun denn, auch hier haſt du ja einen väterlichen Freund, der dich herzlich liebt, Jonathan! An mein Herz, mein lieber Junge!

»Dank Ihnen, Herr Beukelaer, ſagte Jonathan, als er den alten Herrn warm und zaͤrtlich umarmt hatte.Dank Ihnen für Ihre Liebe! Aber was die Verhältniſſe betrifft, ſo geſtalteten ſie ſich doch ein wenig anders, als Sie vermuthen. Am Tage nach dem Be⸗ gräbniſſe meines zweiten Vaters kamen Gerichtsperſonen aus Paramaribo mit dem Teſtamente, welches Mynheer Knievel ein Jahr vor ſeinem Tode dort hinterlegt hatte, und der Gouverneur ſelber begleitete ſie. Es wurde Befehl ertheilt, alle Angehörigen der Pflanzung zu ver⸗ ſammeln; ſie kamen in den großen Saal, wo wir ſo manches ſchöne Weihnachtsfeſt gefeiert hatten, und hier⸗ nun, als Alle zugegen waren, Aufſeher, Sclaven, Männer und Frauen, wurde das Teſtament eroffnet. Denken Sie ſich meine Ueberraſchung, meine Rührung, meine Dankbarkeit, Mynheer Beukelaer: mein ſeliger väterlicher Freund hatte mich zum Univerſalerben ſeiner unermeßlichen Reichthümer eingeſetzt, und als einziges Legat unſerem Peter eine kurz zuvor erſt angekaufte benachbarte ſchöne Pflanzung nebſt allem Zubehör,