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hatte ſich dieß anders geſtaltet. Er wußte, warum Weihnachten gefeiert wurde, und neben der pochenden Freude in ſeinem Herzen empfand er die innigſte Dank⸗ barkeit für den Heiland, dem er dieſe Freude verdankte. „Ja, ja,“ murmelte er vor ſich hin,„ich will auch immer recht gut und brav ſein jedes Jahr hindurch, damit ich mich der Seligkeit würdig mache, mit welcher das liebe Chriſtfeſt uns Kinder überſchüttet, und die Mutter ſoll nie wieder über mich zu klagen haben!« „Brav gedacht!“ ſagte eine Stimme in tiefem Tone. „Aber horche auf, Jonathan! Es iſt noch nicht genug, was du dir ſelbſt ſo eben gelobt haſt, du mußt noch mehr thun!«—. »Was ſoll ich thun? Und wer biſt du?« frahte Jonathan faſt ein wenig erſchrocken, obgleich er ſich eigentlich nicht fürchtete, denn er befand ſich ja in ſeiner Aeltern Hauſe, wo ihm gewiß nichts zu Leide geſchah. „Wer ich bin?“ erwiederte die Stimme hohl und
dumpf,—„ich bin der Knecht Ruprecht, der die guten
Kinder am Weihnachtsabend erfreut, und die böſen Buben in den Sack ſteckt und fortträgt. Nun kennſt du mich! Fürchteſt du für dich?«*
»Nein!« antwortete Jonathan dreiſt.„»Nein, ich fürchte mich nicht, denn ich habe mit meinem Wiſſen nichts Boͤſes gethan.“
»Das reicht nicht aus!« entgegnete Knecht Ruprecht
mit drohender Warnungsſtimme.„Es genügt nicht, nichts Böſes zu thun, man muß auch den guten und
feſten Willen haben, Gutes zu thun! Haſt du dieſen
Willen, Jonathan?“ „Den Willen hab' ich wohl,“ gab der Knabe zur Antwort,„aber eigentlich einen Vorſatz hab' ich bis


