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Weihnachten! : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Aber Peter lachte, zog ihn auf ſeinen Schooß und ſagte:Du biſt doch ein närriſcher Junge, Jona⸗ than! Siehſt du, wenn ich auch Alles wüßte, was du zu Weihnachten beſcheert kriegſt, ſo würde ich dir doch kein Sterbenswörtchen davon verrathen, denn warum? Weil du nicht die halbe Freude daran hätteſt, wenn du ſchon vorher erführeſt, was das Chriſtkindchen bringt. Geduld, Jonathan!«

Aber wenn ich keine Mühle kriege, ſo mache ich mir aus dem ganzen Weihnachten nichts!« ſagte Jonathan.

Siehſt du, das iſt wieder wie ein thorichter Jona⸗ than geſprochen! erwiederte Peter.Man muß für Alles dankbar ſein! Wenn ich nun ſo ſprechen wollte, wie du? Bedenke das einmal, Jonathan. Mir bringt das Chriſtkindchen gar nichts, oder vielleicht höchſtens ein paar Nüſſe und Aepfel, und ſiehſt du, ich bin dennoch zufrieden. Alſo ſei ein kluger, guter, verſtän⸗ diger Jonathan, und nicht ein undankbarer und mürri⸗ ſcher Junge, oder du ſollſt ſehen, ich werde böſe mit

dir und gebe mich gar nicht mehr mit dir ab.

Oh, Peter, ſo darfſt du nicht ſprechen!« rief Jona⸗ than, erſchreckt von dieſer Drohung, die übrigens gar nicht ernſtlich gemeint war, auf einmal ganz verwandelt aus.Nein, Peter, du mußt gut mit mir bleiben, denn wenn ich nun wirklich die Mühle kriege, mit wem ſollte ich dann mahlen, außer mit dir? Nein, Peter, ich bin der Müller, und du mußt der Mühlknappe ſein! Das wird eine Luſt werden, Peter, wenn die Räder ſich drehen, und in der Muͤhle klappert's klipp klapp, und die Steine ſchnurren rund um, und wir ſchütten Korn auf, Peter, etwas Schöneres kann

ich mir gar nicht denken!«