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„Du kannſt ja mit Philipp ſpielen, Jonathan!“ entgegnete Peter, und wiegte den Knaben auf ſeinen Knieen,—„mit Philipp Mappel. Der paßt noch beſſer für dich, als ich, denn er hat immer ſchöne Kleider an, und iſt der Neffe des Herrn Ober⸗Buch⸗ halters, während ich doch nur der Kutſcherſohn bin. Spiele mit Philipp Mappel, Jonathan!«
„Nein, ich mag nicht! Mit Philipp nicht!« erwie⸗ derte der Knabe und ſchmiegte ſich dichter an Peter an.
„Und warum nicht, Jonathan? Er iſt doch immer auch freundlich gegen dich, und ſchenkt dir Bonbons und allerlei andere Leckereien, ſo oft er dich ſieht!“
„Ja, das wohl, aber ſiehſt du, Peter, ich hab' ihn doch nicht ſo lieb, wie dich!“«
„Weßhalb das, Jonathan? Du mußt doch einen Grund dafür haben!“
„Einen Grund, Peter? Nun ja, ich habe einen Grund!«
„Und welchen? Was für einen, Jonathan?«
„Ei, ich habe wohl mehr als nur einen,“ erwiederte der Knabe nachdenklich.„Zuerſt,— Philipp ſpielt nicht ſo hübſch, wie du! Lange nicht ſo hübſch! Dann, wenn ich einmal mit ihm ſpazieren gehe, wird er gleich müde, und klettern wie du kann er gar nicht, und einen Vogel fangen auch nicht, und im Winter auf dem Eiſe friert ihn gleich, ſo daß er keine Viertelſtunde aushält, und dann, ſiehſt du, Peter,— das iſt Alles noch nichts,— aber er verachtet die armen Leute, die nicht ſo ſchöne Kleider haben, wie er, und das iſt das Schlimmſte! Er hat kein gutes Herz, Peter, und
gegen mich iſt er nur freundlich, weil mein Vater reich


