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Weihnachten! : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Schweſtern auf Dach oder Straße betteten, und ſich in der Allgemeinheit der ganzen Menge verloren.

Auf einmal aber klatſchte er fröhlich in die Hände, wandte ſich vom Fenſter ab zu dem inneren Raum des wohlgeheizten, behaglichen und faſt prunkenden Ge⸗ maches, und rief laut aufjubelnd:Mütterchen, rathe, an was der Schnee mich erinnert! Ach, welche Luſt! Daß ich auch daran nicht ſchon eher gedacht habe!«

An was, mein Kind? fragte die Mutter, eine ſtattliche, ſchöne, in ſchwere Seidenſtoffe gekleidete Frau, indem ſie lächelnd nach dem Knaben hinüber blickte. An was erinnert dich der Schnee?«

»Nein, nein, du mußt es rathen, Mutter! Es iſt leicht, ganz leicht, das zu rathen!

»Nun denn, er erinnert dich gewiß an die luſtigen

Schlittenfahrten vom vorigen Jahre, die dir ſo viel Vergnügen machten. Weißt du noch, wo die Schellen ſo luſtig erklangen, und wir wie im Fluge weit über die ſchneebedeckten Ebenen hin glitten?« Ja, das war hübſch, wunderhuͤbſch!« erwiederte der Knabe.Die Sonne ſchien ſo hell, und der Himmel war ſo blau und rein, und in der Luft blitzte es von kleinen Eisſplitterchen, wie von lauter Diaman⸗ ten, und die Zweige an den Bäumen glitzerten von dem kriſtallenen Reife, der ſich in der Nacht vorher angeſetzt hatte; ja, ja, das war ſchön, aber doch iſt es das Rechte nicht! Du mußt noch einmal rathen, Mutter!«

Wohlan, ſo erinnert er dich wohl an die Eisfahr⸗ ten, die du mit Peter Hemskerk auf der gefrorenen, ſpiegelglatten Fläche des See's machteſt? Ich weiß,