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Kleine Ursachen : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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war, und er beſann ſich nicht einen Augenblick, mich zu begleiten. Ein Polizei⸗Kommiſſarius wurde mit einem Verhafts⸗Befehle verſehen, und nun gingen wir, etliche Polizei⸗Soldaten in unſerem Gefolge, zur Wohnung der Frau Baldrian zurück. Friedrich war noch dort und ahnte noch nichts, wie uns meine mütterliche Freundin mittheilte. Sie hatte ihn unter mancherlei Vorwänden aufzuhalten gewußt.

Nie werde ich das entſetzte Geſicht vergeſſen, das Friedrich machte, als wir in Begleitung der Polizei in die Stube traten. Er wurde blaß, wie der Kalk an der Wand und taumelte bei meinem Anblicke drei Schritte weit zurück. Baron Alfred benutzte ſeinen Schrecken, ihn zum Geſtändniß zu bringen. Er trat hart an ihn hin und ſagte mit kalter Ruhe:Sie ſind entdeckt, Friedrich. Ihr ganzer ſchändlicher Plan iſt enthüllt. Mein Bruder Otto, Ihr Mitſchuldiger, kann nicht länger läugnen. Geſtehen auch Sie, oder die ganze Strenge des Geſetzes wird Sie treffen!«nn

»Gnade! Gnade, Herr Baron!« flehte der Elende und warf ſich Alfred zu Füßen.Ich will Alles be⸗ kennen! Nur ſein Sie barmherzig!«

»Bekennen Sie erſt! Wir werden dann weiter ſehen!« antwortete Baron Alfred.

Die kalte Ruhe deſſelben ſchüchterte den brecher vollſtändig ein. Er bekannte Alles; er geſtand, daß er und Otto den Juwelenſchrank erbrochen, daß er die Juwelen in meinem Zimmer verborgen, daß er die Ge⸗ ſchichte mit dem Ringe erfunden, daß er bei Ablieferung der Juwelen einen koſtbaren Diamanten behalten habe, und daß Alles, was gegen mich vorgebracht worden ſei, nichts als Lüge und Verläumdung wäre. Es wurde

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