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macht und von ihm die Billigung meines Benehmens erlangt. So beſuchte ich denn meine mütterliche Freun⸗ din ein ganzes Jahr hindurch regelmäßig zwei Abende, und ich lüge nicht, wenn ich ſage, daß mir grade dieſe beiden Abende die liebſten in der ganzen Woche waren. Im Uebrigen ereignete ſich nichts von beſonderer Wich⸗ tigkeit, bis Baron Alfred mir eines Sonntags mittheilte, daß er den Beſuch ſeiner Eltern in der Stadt erwarte, die etwa drei Wochen daſelbſt zu verweilen gedächten, und daß ich während dieſer Zeit meine Beſuche bei ihm einſtellen möge. Im erſten Augenblick erſchrak ich über dieſen Beſuch— aber bald beruhigte ich mich; denn Baron Bodenſtein und ſeine Gemahlin hatten mich un⸗ bedeutenden Menſchen gewiß längſt vergeſſen. Ich nahm mir vor, mich möglichſt vor ihren Augen verborgen zu halten, und geduldig ihre Wiederabreiſe abzuwarten.
Vier Tage ſpäter kam ganz unerwartet ein Bote von Frau Baldrian mit der Nachricht zu mir, daß ich mich unverzüglich zu ihr begeben möge, ſie habe mir eine wichtige Mittheilung zu machen. Ich ließ ſogleich Al⸗ les ſtehen und liegen und eilte nach ihrem Hauſe. Im Flur wartete ſie auf mich, ergriff meine Hand, führte mich an ein kleines Fenſter, durch welches ich ihre ge⸗ wöhnliche Wohnſtube überblicken konnte, und ſagte leiſe: „Keinen Laut, Sebaſtian! Sieh' dir den inn im Zimmer dort an und ſage mir, wer er iſt. Ich glaube, du kennſt ihn! Aber ſtill— keinen Ausruf der Ueber⸗ raſchung!«
Neugierig blinzelte ich durch das Fenſter— ſchrak zuſammen und trat raſch einen Schritt zurück.„Um Gottes willen, Friedrich!“ rief ich aus.„Was will der hier?«


