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—»das gefällt mir, daß Sie noch Reſpekt und Ehr⸗ furcht vor alten Leuten haben! In jetziger böſer Zeit findet man das ſelten! Gut, gut— hucken Sie den Korb auf, ich will's nicht wehren und müde bin ich auch. Hm! Hml! das gefällt mir doch wirklich ſehr! Kennen Sie mich denn, junges Herrchen?«
»Ach nein— wie ſollte ich? Ich bin erſt kurze Zeit in der Stadt,“ entgegnete ich.„Aber was thut das? Ich kann Ihnen ja doch trotzdem behülflich ſein.«
»„Recht gut, recht gut,« murmelte die Alte.„Nun denn,“ fügte ſie lauter hinzu,„wir werden uns beſſer kennen lernen, denk' ich! Ich bin die Frau Baldrian und habe einen Handel mit allerlei Sachen, auch mit Kräutern, in der Stadt— die Zeiten ſind ſchwer— man muß immer auf einen kleinen Erwerb bedacht ſein, und da ſuch' ich mir denn die Kräuter ſelber im Walde. Aber— es iſt Ihnen wohl nicht recht, wenn Sie, ein ſo vornehmer junger Herr, mit ſo einer geringen Frau gehen ſollen? Wenn man Sie mit dem Korbe ſähe! Geben Sie nur her!«
»Ach was,“ ſagte ich—„meinetwegen mag die ganze Welt ſehen, was ich thu! Und vornehm? Ich? Hat ſich was! Ein armes Tageloͤhner⸗Kind bin ich, vom Dorfe.“«
»So, ſo! Hm! Hm!« machte die alte Frau.„Da wär' ich doch begierig, mehr von Ihnen zu hören! Er⸗ zählen Sie mir unterwegs, wie Sie hieher gekommen ſind in die Stadt. Das verkürzt den Weg und thut vielleicht noch ſonſt gute Dienſte.“
Nun, es konnte mir keinen Schaden bringen, wenn ich der guten Alten meine Schickſale mittheilte. Alſo Luckte ich den Korb auf, und während ſie dann neben mir her trippelte, erzählte ich ihr Alles, was ich erlebt


