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Kleine Ursachen : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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hatte, und verſchwieg nur den Namen des jungen Herrn Alfred, weil er es mir verboten habe. Die Frau hörte mir mit theilnehmender Aufmerkſamkeit zu.

»Armer Junge, armer Junge, ſagte ſie, als ich mit meiner Erzählung zu Ende war ja, ja, du haſt Manches dulden und leiden müſſen! Na, der liebe Gott wird's dir ſchon wieder wett machen. Ich ſehe, du haſt ein gutes ehrliches Gemüth, und da nehm' ich nun Theil an dir. Weißt du was, du könnteſt mich alle Woche zweimal zum Abendbrod beſuchen, wenn es dir nicht unangenehm iſt, mit einer alten geringen Frau zu plaudern! Ich lebe ganz mutterſeelenallein, und da wär's mir eine rechte Erquickung, manchmal dein freundliches Geſicht zu ſehen.

Ich weiß nicht, wie es zuging aber die alte Frau machte einen 6 angenehmen Eindruck auf mich, daß ich auf der Stelle und mit aufrichtiger Freude ver⸗ ſprach, ihrer Einladung Folge zu leiſten. Meine Be⸗ reitwilligkeit ſchien ihr lieb zu ſein; ſie drückte mir freundlich die Hand, und erzählte mir nun ſelbſt eine Menge hübſcher kleiner Geſchichten aus ihrem Leben, die mir manches fröhliche Lachen ablockten. So erreich⸗ ten wir den Saum des Gehölzes, und hier blieb die alte Frau ſtehen. 15

Halt! ſagte ſteich bin jetzt ausgeruht und für dich, mein Söhnchen, würde es ſich nicht ſchicken, den Korb noch weiter zu ſchleppen. Gib ihn her ich will's ſo haben.

Mein Weigern half mir nichts; ich mußte den Korb abhucken und ihr auf die Schultern heben. Doch durfte ich an ihrer Seite in die Stadt gehen und ſie bis zu ihrem Hauſe begleiten. Dieß war ein altes, räuche⸗