theuer, das ich euch erzählen muß, ſo geringfügig und unbedeutend es auch erſcheinen mag. Die Folgen deſ⸗ ſelben waren für mich von der größten Wichtigkeit. Ich ging ſpazieren vor das Thor, ſchlug, draußen an⸗ gekommen, einen Seitenweg ein, der in ein Gehölz führte, und lief kreuz und quer in demſelben herum. Ein Stück des Waldes war mit einem Gatter einge⸗ hegt, deſſen Eingangsthür indeß gewöhnlich offen ſtand — heute aber fand ich ſie verſchloſſen und war eben im Begriff, über das Gatter zu ſteigen, als ich den Ruf einer weiblichen Stimme vernahm. 4
»„Heda, junges Herrchen,« rief ſie mir zu— hach kommen Sie doch und helfen mir ein wenig!«
Ich ſchaute mich um, und ſah ein altes Mütterchen hinter einem Buſche innerhalb des Gatters am Wege ſitzen. Eins, zwei, drei war ich über die Planken hin⸗ weggeſprungen, und eilte zu der Frau hin. Sie war ganz ſauber gekleidet, viel feiner und beſſer, als gewöhn⸗ liche Kraͤuterfrauen, obgleich ich ſie für eine Solche halten mußte, indem ein großer Tragkorb voll Kräuter und Wurzeln neben ihr auf dem Raſen ſtand. Ihr runzelvolles Geſicht lächelte mir freundlich zu und ſie ſtreckte mir ihre Hand entgegen, die ich ohne Umſtände ergriff und zutraulich ſchüttelte. 1
»Was kann ich Ihnen helfen?« fragte ich.„Recht gern will ich Ihnen dienen, wenn es in meinen Kräf⸗ ten ſteht.“« 1—
»„Ich danke Ihnen, ich danke Ihnen,« erwiederte das Mütterchen—„wenn Sie nur ſo gut ſein wollten, mir den Korb da über das Gatter zu ſchaffen. Meine Kräfte reichen dazu nicht hin, obgleich ich mir wohl getraue, ohne den ſchweren Korb uͤber das Gatter zu


